Genossenschaftsbanken: Banken-Gewerkschaft fordert Gehaltsplus von 13,5 Prozent
Frankfurt. Nach der ersten Runde der Tarifverhandlungen für Beschäftigte bei den Genossenschaftsbanken zeigt sich die Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten-Verband (DBV) für die zweite Gesprächsrunde zuversichtlich. „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass wir in der Höhe ein gutes Angebot erhalten“, sagte der DBV-Bundesvorsitzende Stephan Szukalski am Mittwochabend.
Der DBV fordert für die 135.000 Beschäftigten bei Volks- und Raiffeisenbanken ein Gehaltsplus von 13,5 Prozent auf zwölf Monate. Im Fall einer längeren Laufzeit fordert er weitere 1,3 Prozent Gehaltsplus für je sechs Monate, maximal für 24 Monate.
Der Arbeitgeberverband der Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) hat bisher allerdings noch kein Angebot vorgelegt und betrachtet die Positionen als noch „sehr weit auseinander“. „Gehaltsforderungen von rund 16 Prozent, bezogen auf eine Laufzeit von maximal 24 Monaten, sind angesichts der vielfältigen wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen die Institute stehen, zu hoch“, sagte AVR-Verhandlungsführer Jürgen Kikker, der Vorstand der Vereinigten Volksbank in Hude ist.
„Die Arbeitgeber sehen daher in der nächsten Tarifrunde noch erheblichen Gesprächsbedarf“, erklärte der AVR. Zugleich betonte der Arbeitgeberverband, dass der AVR ein „für die Finanzbranche adäquates Verhandlungsergebnis“ anstrebe. Fortgesetzt werden die Tarifverhandlungen am 12. Februar.
Für die Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken wurden 2024 angesichts der zuvor hohen Inflation bereits deutliche Gehaltszuwächse vereinbart. Bei Privatbanken heißt das, dass die Gehälter seit dem 1. August 2024 in drei Stufen um insgesamt 10,5 Prozent steigen. Laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gilt die Einigung für rund 140.000 Beschäftigte in der Branche.
Im Fall der Postbank einigten sich Deutsche Bank sowie Verdi und DBV ebenfalls im vergangenen Jahr auf einen neuen Tarifvertrag. Die Gehälter für etwa 8700 Beschäftigte mit Postbank-Tarifvertrag im Deutsche-Bank-Konzern steigen in zwei Schritten um 11,5 Prozent.
Ähnlich fiel der Abschluss für die 60.000 Beschäftigen der öffentlichen Banken aus – dazu gehören unter anderem die Landesbanken. Die Gehälter legen hier in drei Stufen um 11,5 Prozent zu.