Geschäftsbericht: Commerzbank-Chef Manfred Knof verdient knapp sechs Millionen Euro
„Um zu liefern, was wir für 2024 versprochen haben, müssen wir uns künftig noch stärker strecken als bisher“, sagt der Commerzbank-Chef.
Foto: dpaFrankfurt. Manfred Knof profitiert auch persönlich von den Fortschritten beim Umbau der Commerzbank. Für sein erstes Jahr als Vorstandschef erhielt der Manager eine Vergütung von 5,7 Millionen Euro, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorgeht. Versorgungsaufwendungen von 1,85 Millionen Euro sind dabei eingerechnet.
Die Commerzbank ist im vergangenen Jahr trotz hoher Kosten für den Konzernumbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Zudem einigte sich das Institut mit den Arbeitnehmervertretern auf die Rahmenbedingungen für den Abbau von rund 10.000 Vollzeitstellen. Mehr als 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Bank bereits verlassen oder eine Vereinbarung über ihr Ausscheiden unterzeichnet.
Insgesamt habe Knof die ausgegebenen Ziele 2021 übertroffen und komme auf eine Zielerreichung von 119 Prozent, heißt es im Vergütungsbericht. Damit liegt der CEO im internen Ranking jedoch nur auf Platz drei hinter Firmenkundenchef Michael Kotzbauer (Zielerreichung: 139 Prozent) und dem neuen Privatkundenvorstand Thomas Schaufler (122 Prozent).
In der zweiten Tabellenhälfte finden sich Risikovorstand Marcus Chromik (116 Prozent), Finanzchefin Bettina Orlopp (113 Prozent) und Personalchefin Sabine Schmittroth (103 Prozent) wieder. Dies liegt auch daran, dass bei ihnen das Verfehlen der Konzernziele 2020 noch berücksichtigt wurde.
Schmittroth hat kürzlich angekündigt, ihren Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Bei Chromik ist Finanzkreisen zufolge ungewiss, ob er nach dem Ende seines noch bis Ende 2023 laufenden Vertrags an Bord bleiben will.
Vorstandschef Knof profitierte bei der Vergütung im vergangenen Jahr von zwei Sonderzahlungen, die ihm im Rahmen seines Wechsels von der Deutschen Bank zugesagt worden waren. Für seine betriebliche Altersvorsorge erhielt er einen Extra-Beitrag von einer Millionen Euro. Zudem wurde ihm eine variable Vergütung in Höhe von 387.000 Euro erstattet, die ihm wegen seines Wechsels bei der Deutschen Bank entgangen war.
Die Commerzbank hatte bereits im Geschäftsbericht 2020 deutlich gemacht, dass sie bei der Vergütung auf Knof zugegangen ist, weil dieser bei der Deutschen Bank mehr verdient hatte. „Die vereinbarten Bezüge berücksichtigen die Vergütung des vorherigen Anstellungsverhältnisses von Dr. Manfred Knof, die deutlich höher war.“
Knof: „Müssen uns noch stärker strecken“
Die Gesamtvergütung des Commerzbank-Vorstands belief sich im vergangenen Jahr auf 14,3 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, als der Vorstand angesichts eines Milliardenverlusts keine Bonus-Zahlungen erhielt.
Der Abstand zum Nachbarn Deutsche Bank ist allerdings weiter groß. Dort kam der Vorstand im vergangenen Jahr zusammen auf eine Gesamtvergütung von 66,5 Millionen Euro, CEO Sewing auf 8,8 Millionen Euro. Versorgungsaufwendungen sind dabei – anders als bei der Commerzbank – noch nicht eingerechnet.
Knof betonte, dass sein neuer Arbeitgeber bei der Umsetzung seiner Strategie noch lange nicht am Ziel ist. „Das, was kurzfristig zu realisieren war, haben wir umgesetzt“, schrieb der Vorstandschef im Geschäftsbericht. „Um zu liefern, was wir für 2024 versprochen haben, müssen wir uns künftig noch stärker strecken als bisher.“
2022 sei „ein wichtiges, vielleicht sogar das entscheidende Jahr für unsere Transformation“. Die Restrukturierung müsse weitergehen, die Digitalisierung Fahrt aufnehmen und die Ertragsseite gestärkt werden – „und das mitten in einer Pandemie“, erklärte Knof. „Das sind anspruchsvolle Aufgaben, die uns viel abverlangen werden.“