Geschäftsjahr 2024: Commerzbank erzielt Rekordgewinn – mehr Geld für Aktionäre
Frankfurt. Die Commerzbank hat mitten im Übernahmekampf mit der italienischen Großbank Unicredit ein Rekordergebnis erzielt. Das Institut steigerte im Geschäftsjahr 2024 seinen Nettogewinn um knapp 20 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Die Bank schnitt damit besser ab als gedacht. Das geht aus einer Pflichtmitteilung der Bank hervor, in der sie erste Eckdaten des Jahresergebnisses veröffentlichte.
Analysten hatten dem Institut im Durchschnitt nur eine Gewinnsteigerung auf 2,47 Milliarden Euro zugetraut. Einen Großteil des Ergebnisses will das Institut nun seinen Aktionären zukommen lassen, alles in allem sind es 1,73 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2024. Das entspricht 70 Prozent des Gewinns, der übrig bleibt, wenn man die Zahlungen für aktienähnliche Anleihen, sogenannte AT1-Bonds, vom Gewinn abzieht.
Die Dividende soll von 35 Cent auf 65 Cent je Aktie steigen. Außerdem hat das Institut mittlerweile grünes Licht für einen Aktienrückkauf in Höhe von 400 Millionen Euro erhalten, der bis zur Hauptversammlung im Mai abgeschlossen sein soll. „Die Commerzbank ist und bleibt ein attraktives Investment“, sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Zum Vergleich: Die wesentlich größere Deutsche Bank hat für dieses Jahr bislang nur Ausschüttungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro angekündigt, die aus einer Dividende von 68 Cent je Aktie sowie einem Aktienrückkauf von 750 Millionen Euro bestehen soll.
Aktien der Commerzbank stiegen nach Veröffentlichung der Eckdaten um knapp zwei Prozent und zählten damit zu den stärksten Werten im Deutschen Aktienindex Dax.
Commerzbank schneidet besser ab als die Deutsche Bank
Erfolge sind für die Commerzbank-Chefin im Moment wichtiger denn je. Denn derzeit versucht das zweitgrößte private Kreditinstitut einen Übernahmeversuch durch die italienische Großbank Unicredit abzuwehren. Orlopp steht den Avancen aus Mailand kritisch gegenüber.
Sie versucht, Aktionärinnen und Aktionäre davon zu überzeugen, dass die Bank eigenständig genauso gut oder besser dastehen kann. Gute Ergebnisse und hohe Ausschüttungen können auf ihre Argumentation einzahlen. Orlopp verspricht noch mehr: „Dank einer weiter steigenden Profitabilität und neuer Wachstumsinitiativen werden wir die Kapitalrückgabe in den kommenden Jahren nochmals erhöhen“, sagte sie.
Bei wesentlichen Eckdaten steht die Commerzbank schon jetzt deutlich besser da als die Deutsche Bank: Mit einer Eigenkapitalrendite von 9,2 Prozent hat die Commerzbank schon fast die Marke von zehn Prozent erreicht, die sich die Deutsche Bank für dieses Jahr vorgenommen hat. Die Deutsche Bank selbst schnitt deutlich schlechter ab. Selbst wenn man die Kosten für Rechtsrisiken herausrechnet, erreichte die Deutsche Bank nur eine Rendite von 7,1 Prozent.
Finale Zahlen und Details zur neuen Strategie am 13. Februar
Die Commerzbank ist auch deutlich effizienter als ihr größerer Konkurrent: Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis der Commerzbank lag 2024 gerade einmal bei 59 Prozent. Die Bank musste also 59 Cent ausgeben für jeden Euro, den sie verdiente. Die Deutsche Bank hat dagegen gerade ihr Ziel für die Aufwand-Ertrag-Relation auf unter 65 Prozent angehoben.
Insgesamt hatte die Commerzbank ihre Erträge im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 11,1 Milliarden Euro gesteigert. Der wichtigste Treiber dafür sei Provisionsüberschuss gewesen, so das Institut. Er wuchs um sieben Prozent und damit deutlicher als die Bank erwartet habe, hieß es in der Mitteilung. Der Zinsüberschuss blieb trotz der sinkenden Marktzinsen stabil. Auch bei der Risikovorsorge schnitt die Commerzbank besser ab als gedacht.
Allerdings profitierte das Institut im vierten Quartal nach eigenen Angaben auch von einem nicht näher beschriebenen Bewertungseffekt aus Wechselkursschwankungen des US-Dollars, der die aktienähnlichen AT-1-Anleihen betraf. Wie genau sich das Ergebnis der Bank zusammensetzt, wird die Bank erst mit ihren endgültigen Zahlen am 13. Februar vorstellen. Dann will Orlopp auch Details zu ihrer neuen Strategie ankündigen.