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CommerzbankOrlopp stellt Bedingungen für Verhandlungen mit Unicredit

Bettina Orlopp und Andrea Orcel haben sich im November informell ausgetauscht. Für weiterführende Gespräche verlangt die Commerzbank-Chefin aber einen schriftlichen Übernahmeplan.Andreas Kröner 24.01.2025 - 12:39 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Unicredit-Boss Andrea Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp sind sich uneinig, wann und wie es zu weiteren Gesprächen kommen soll. Foto: Commerzbank, Unicredit

Frankfurt. Der Übernahmekampf zwischen der Commerzbank und der italienischen Großbank Unicredit spitzt sich zu. Unicredit-Chef Andrea Orcel würde mit Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp gerne vertrauliche Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss führen. Orlopp ist dazu aber nur bereit, wenn Orcel ihr die Eckpunkte seiner Pläne vorab schriftlich vorlegt.

„Nur ein konkreter Vorschlag in Bezug auf wirtschaftliche und strukturelle Parameter einer Transaktion könnte eine Grundlage für etwaige Gespräche sein“, erklärte die Commerzbank am Freitag. Das Institut sei gesprächsbereit und würde prüfen, ob ein Vorschlag von Unicredit im Interesse aller Stakeholder sei, zu denen Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zählen. „Doch nach wie vor liegt uns kein Vorschlag vor.“

Unicredit will Finanzkreisen zufolge aktuell keinen umfangreichen schriftlichen Vorschlag vorlegen. Das Mailänder Institut ist der Ansicht, dass man diesen dann auch veröffentlichen müsste, wie eine mit den Gedanken von Unicredit vertraute Person dem Handelsblatt sagte. Zudem käme ein umfangreicher schriftlicher Vorschlag aus Unicredit-Sicht einem Übernahmeangebot gleich, das sich dann an die Commerzbank-Aktionäre richten müsste und nicht an Orlopp.

Darüber hinaus habe Orcel deutlich gemacht, dass es ein Übernahmeangebot nur geben werde, wenn Unicredit nach der Bundestagswahl Gespräche mit der neuen Bundesregierung geführt  und wenn diese keine Einwände gegen eine Übernahme habe.

Die Chancen dafür scheinen derzeit aber gering zu sein: Die aktuelle Bundesregierung lehnt einen Verkauf der Commerzbank genauso ab wie Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU).

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Unicredit war im September mit neun Prozent bei der Commerzbank eingestiegen und hat sich über Derivate inzwischen Zugriff auf 28 Prozent der Anteile gesichert. Unicredit-Chef Orcel würde die Commerzbank am liebsten komplett übernehmen.

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Finanzkreisen zufolge traf Orcel Commerzbank-Chefin Orlopp im November am Rande einer Finanzkonferenz von JP Morgan in London, bei der beide auftraten. Dabei habe er grob skizziert, welche Pläne er für ein fusioniertes Institut habe, wie er mit Mittelstandskunden umgehen wolle und wie viel Stellen in etwa gestrichen werden müssten.

Darüber hinaus habe er Orlopp weiter gehende Gespräche im kleinen Kreis angeboten, die diese jedoch ohne die Vorlage eines schriftlichen Plans abgelehnt habe, sagten mehrere Insider. Zuerst hatte darüber die „Financial Times“ berichtet.

Aus Sicht der Commerzbank ist es für freundliche Vorabgespräche ohne konkrete Eckdaten inzwischen zu spät, nachdem Unicredit sich bereits Zugriff auf knapp 30 Prozent der Aktien gesichert hat. Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte Anfang des Jahres im Handelsblatt-Interview deutlich gemacht, dass sich die Commerzbank solche Gespräche vor dem Einstieg von Unicredit gewünscht hätte.

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„Bei Zusammenschlüssen ist es wichtig, dass das Management zunächst vertrauensvoll miteinander redet und ein gemeinsames Verständnis entwickelt“, sagt Weidmann. „Unicredit hat sich dagegen entschieden und uns mit seinem Einstieg überrascht. Das ist kein guter Stil.“

Investorin fordert „ergebnisoffenen Dialog“

Orcel wies die Vorwürfe Anfang der Woche in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zurück und erklärte, er habe über eine Übernahme in den vergangenen zwei, drei Jahren „mit den Institutionen in Deutschland und mit dem Topmanagement der Commerzbank immer wieder Gespräche geführt“.

Die Commerzbank widersprach umgehend. Es habe „kein Gespräch zwischen dem Unicredit-Management mit dem Commerzbank-Management über eine mögliche Kombination in den letzten zwei Jahren“ gegeben, erklärten die Frankfurter. „Das Vorgehen, unabgestimmt eine wesentliche Position auf- und auszubauen, ist als feindlich anzusehen.“

Für das Commerzbank-Management ist der Schlagabtausch mit Unicredit brisant. Während Mitarbeiter, Bundesregierung und viele Kunden eine Übernahme kritisch sehen, stehen viele Aktionäre einem Zusammenschluss positiver gegenüber.

Fondsmanagerin Alexandra Annecke von Union Investment findet, dass eine Zusammenarbeit mit Unicredit nicht zum Schaden der Commerzbank sein muss. Foto: Union Investment

Mehrere Investoren haben die Bank deshalb aufgefordert, sich Gesprächen mit Unicredit nicht zu verschließen. „Eine Zusammenarbeit mit der Unicredit – in welcher Form auch immer – muss nicht zum Schaden der Commerzbank sein“, sagte Alexandra Annecke von der Fondsgesellschaft Union Investment bereits im vergangenen Jahr. „Deshalb erwarten wir die Bereitschaft zum ergebnisoffenen Dialog.“

Die Commerzbank betont, sie habe mit Unicredit wie mit jedem anderen großen Investor Interaktionen gehabt und werde diese auch in der Zukunft haben. „Wir behandeln diese Treffen grundsätzlich vertraulich.“

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Das Institut konzentriere sich weiterhin auf die Umsetzung „unserer funktionierenden Strategie“ und werde deren Weiterentwicklung wie angekündigt am 13. Februar vorstellen. Im Rahmen der neuen Strategie will die Bank Finanzkreisen zufolge Tausende Stellen streichen und sich ambitioniertere Finanzziele setzen.

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