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HSBC TrinkausHSBC-Deutschland-Gewinn sinkt erneut – hohe Wertberichtigungen

Erneut sinkt der Gewinn der Düsseldorfer Bank. Zwar konnte HSBC den Zins- und Provisionsüberschuss steigern, dafür belasten andere Faktoren.Felix Holtermann, Michael Maisch 18.02.2020 - 18:07 Uhr aktualisiert

Entscheidungsstarke Chefin der deutschen HSBC.

Foto: HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Frankfurt. Carola von Schmettow redete Klartext: „Wir müssen noch effizienter werden“, sagte die Chefin der deutschen HSBC bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2019 am Dienstag mit Verweis auf das „wettbewerbsintensive Marktumfeld“.

Von Schmettow, die zuletzt auch innerhalb der Konzernmutter befördert wurde und sich nun neben 66 anderen Topbankern Group General Manager nennen darf, hat den Umbau der deutschen HSBC-Tochter 2019 vorangetrieben. Der Zinsüberschuss stieg trotz der Niedrigzinsphase um sechs Prozent auf 228 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss kletterte um fünf Prozent auf 453 Millionen Euro.

Gleichzeitig stagnierten die operativen Erträge nach Risikovorsorge bei knapp 742 Millionen Euro (2018: rund 740 Millionen Euro). Nach 2018 sank auch im vergangenen Jahr der Nachsteuergewinn der deutschen HSBC deutlich um 17 Prozent auf rund 97 Millionen Euro (2018: knapp 117 Millionen Euro). Mit den vorgelegten Zahlen dürfte von Schmettow deshalb nicht zufrieden sein. Schließlich präsentiert die Bank das schlechteste Ergebnis seit 2008, dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Grund für den Rückgang sind einerseits gestiegene Personal- und Sachkosten: Die Gesamtverwaltungskosten stiegen um acht Prozent auf über 618 Millionen Euro.

Das liegt auch am Effizienzprogramm, das von Schmettow der Bank verordnet hat. Es führt wegen Abfindungen und IT-Investitionen zu höheren Ausgaben, aber die ersten Effizienzgewinne zeigen sich laut der Bank bereits: So sank die Aufwand-Ertrags-Relation um einen Prozentpunkt auf 76,5 Prozent. Zum Vergleich: Die besonders effiziente Direktbank ING kommt in Deutschland auf 47,0 Prozent, die globale HSBC auf 59,2 Prozent. In drei bis fünf Jahren will HSBC Deutschland den Wert auf unter 70 Prozent drücken.

Risikovorsorge steigt stark

Neben dem Effizienzprogramm gibt es noch einen zweiten Grund für den Gewinneinbruch: deutlich höhere Wertberichtigungen, vor allem bei Krediten im Industriebereich. Daher stieg die Risikovorsorge stark an – um rund 50 Millionen Euro. Negativ wirkt sich hier laut HSBC vor allem die Abhängigkeit der deutschen Exportunternehmen von den weltweiten Konjunkturaussichten aus, die sich deutlich eingetrübt haben.

Erfolgreich ist die Bank hingegen bei der Weitergabe der Minuszinsen an ihre vermögenden Kunden, wie das gestiegene Zinsergebnis zeigt. Die HSBC selbst musste 2019 laut eigenen Angaben knapp 30 Millionen Euro an Negativzinsen an die Bundesbank abführen.

Auch im wichtigen Provisionsgeschäft konnte die Bank Steigerungen verbuchen. So handelten die Kunden aufgrund der besseren Marktentwicklung vor allem bei festverzinslichen Wertpapieren häufiger und zahlten dadurch mehr Gebühren. Auch in der Fondsverwaltung und im Custody-Geschäft, der Lagerung von Wertpapieren, konnte die Bank ihre Einnahmen steigern.

Verzögern wird sich derweil die Übernahme der Wertpapierabwicklung für die Commerzbank. Das liegt laut HSBC vor allem an dortigen Umbauten wie der Integration der Comdirect. „Anfang 2021 wird die Übernahme abgeschlossen sein“, versprach von Schmettow, ohne konkrete Ertragsziele zu nennen.

Mit Blick auf die kommenden Monate erklärte die Bankchefin: „Wir sind gut ins Jahr 2020 gestartet.“ Die schwierige Lage der Exportwirtschaft werde das Ergebnis aber erneut belasten. Der Vorstand rechnet hier mit einer Zahl „in der Größenordnung des Vorjahres“. Erneut dürfte es demnach zu hohen Wertberichtigungen kommen.

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