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Insider Insolvenzverwalter will Wirecard-Kern wohl als Ganzes verkaufen

Die von der BaFin beaufsichtigte Bank-Tochter soll Insidern zufolge zusammen mit der zugehörigen Technik des Zahlungsabwicklers angeboten werden.
22.07.2020 - 13:37 Uhr Kommentieren
Die Firmenzentrale des insolventen Zahlungsdienstleisters in Aschheim bei München Quelle: dpa
Wirecard

Die Firmenzentrale des insolventen Zahlungsdienstleisters in Aschheim bei München

(Foto: dpa)

Frankfurt, New York Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffe versucht das existierende Kerngeschäft und die Wirecard Bank Insidern zufolge als Ganzes zu verkaufen. Die von der Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigte und abgeschirmte Bank-Tochter solle zusammen mit der zugehörigen Technik des Zahlungsabwicklers angeboten werden, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Schließung der Wirecard Bank oder ein Zahlungsverbot (Moratorium) durch die BaFin seien kein Thema mehr, sagte einer der Insider. Ein Sprecher Jaffes wollte sich nicht dazu äußern.

Begleitet wird der Verkaufsprozess im Auftrag des Insolvenzexperten von der Anwaltskanzlei Noerr, die bei Übernahmen und Sanierungen oft zu Rate gezogen wird.

Beim Verkauf des US-Geschäfts ist Wirecard bereits einen Schritt weiter. Die Investmentbank Moelis & Co erwartet bis Freitag die ersten Gebote für die ehemalige Citi Prepaid Card Services, die Wirecard 2016 gekauft hatte, wie ein Insider sagte.

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    Kunden drohen abzuspringen

    Der Verkauf sei eilig, weil die Kunden angesichts der Schlagzeilen um die insolvente Mutter abzuspringen drohten. Das Unternehmen ähnle einem „schmelzenden Eiswürfel“, sagte einer der Insider.

    Interesse wird hauptsächlich Finanzinvestoren nachgesagt, Konkurrenten aus dem Zahlungsverkehr scheuten das Risiko. Bei der eingehenden Buchprüfung müsse sich zeigen, ob die US-Tochter in betrügerische Geschäfte verwickelt war. Banker veranschlagen den Wert des US-Geschäfts auf 100 Millionen Euro.

    Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet, nachdem sich in der Bilanz ein 1,9 Milliarden Euro tiefes Loch gezeigt hatte. Es gibt massive Zweifel, ob das angebliche florierende Geschäft mit Partnern in Asien je existiert hat.

    Insolvenzverwalter Jaffe muss nun prüfen, welche Teile von Wirecard überhaupt werthaltig sind. Insgesamt stehen Insidern zufolge bisher rund ein Dutzend Wirecard-Gesellschaften zum Verkauf, unter anderem in Singapur, Indonesien, Südafrika und der Türkei.

    Für das britische Geschäft sollen die Berater von Alvarez & Marsal einen neuen Eigentümer finden. Jaffe hatte insgesamt mehr als 100 Kaufinteressenten für Teile des Konzerns ausgemacht.

    Mehr: Verdächtig, verhaftet, flüchtig – das sind die wichtigsten Köpfe im Wirecard-Skandal.

    • rtr
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