Junge Wachstumsunternehmen: Zeitenwende für die Fintechs: „Wir brauchen europäische Champions“
Deutsche Fintechs müssen sich auf härtere Zeiten einstellen. Statt verlässlich steigender Bewertungen geht es jetzt um Entlassungen und Konsolidierung.
Foto: Moment/Getty ImagesFrankfurt. Es war ein wahrer Rausch: Die Bewertungen kletterten von Rekord zu Rekord, Investoren mussten um die Gründer für die nächste Finanzierungsrunde buhlen, das Wachstum war rasant, und die deutschen Fintechs konnten gar nicht so viele Mitarbeiter finden, wie sie einstellen wollten.
Doch auf den Überschwang folgte in diesem Jahr die große Ernüchterung: Statt bei immer neuen Finanzierungsrunden weiteres Geld für das eigene Unternehmen einzuwerben, müssen sich die jungen Finanzfirmen nun mit dem Thema Konsolidierung auseinandersetzen.
Die Gründe: Investoren zeigen sich in diesen Monaten deutlich zurückhaltender. Im Rekordjahr 2021 steckten Investoren insgesamt 4,6 Milliarden Euro in Fintechs in Deutschland. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sank nicht nur die Summe des investierten Wagniskapitals auf 1,4 Milliarden, sondern vor allem auch die Anzahl der geschlossenen Deals von 183 auf 142.
„Die Finanzierungsrunden im vergangenen Jahr waren nicht gesund“, sagt Miriam Wohlfarth. Wohlfarth ist seit über 20 Jahren Teil der Branche und hat beispielsweise den Zahlungsdienstleister Ratepay und das Kredit-Start-up Banxware gegründet.