Landesbanken: Helaba beendet Übernahmegespräche mit der Aareal Bank
Frankfurt. Die Helaba hat Gespräche mit der Aareal Bank über eine Übernahme beendet. Das hat das Handelsblatt von zwei mit den Gesprächen vertrauten Personen erfahren. Offenbar konnte sich die Helaba nicht mit den Eignern der Aareal Bank auf einen Preis verständigen. Beide Geldhäuser wollten sich auf Anfrage nicht äußern. Zuerst hatte der Platow-Brief über den gescheiterten Übernahmeversuch berichtet.
Beide Banken sind auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien spezialisiert. Mit einer Übernahme außerhalb des Landesbankensektors hätte die Helaba bei der Bilanzsumme gegenüber der BayernLB und der LBBW aufholen können.
Finanzkreisen zufolge könnte die Aareal Bank zwischen zwei und drei Milliarden Euro wert sein. Ausschlaggebend hierfür ist die Profitabilität: 2024 wies die Aareal Bank ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten wie einem Sparprogramm eine Rendite auf das Eigenkapital von knapp sieben Prozent aus. Dies spreche Bankern zufolge für eine Bewertung von um die zwei Milliarden Euro.
Allerdings hat die Führung der Aareal Bank eine deutlich steigende Eigenkapitalrendite von 13 Prozent im Jahr 2027 ausgegeben. Dies würde eher eine Bewertung in Richtung drei Milliarden Euro rechtfertigen.
Unterschiedliche Preisvorstellungen
Die Aareal Bank wird derzeit mehrheitlich von den Finanzinvestoren Advent und Centerbridge sowie dem kanadischen Pensionsfonds CPIB gehalten. Das Konsortium, Atlantic Bidco genannt, hatte die Aareal 2023 zu einer Bewertung von rund zwei Milliarden Euro übernommen.
» Lesen Sie auch: Helaba könnte mit Aareal-Deal Abstand zur Konkurrenz verringern
Die Eigner hatten die IT-Tochter Aareon 2024 aus dem Unternehmen herausgelöst und zu einer Bewertung von 3,9 Milliarden Euro an den Finanzinvestor TPG Capital weitergereicht. Vom Verkaufserlös in Höhe von rund zwei Milliarden Euro genehmigten sich die Aktionäre der Aareal Bank eine Sonderdividende in Höhe von 1,9 Milliarden Euro – damit hatten sie den Kaufpreis allein durch Dividendenzahlungen wieder eingespielt.
Aufseiten der Helaba hatte man wohl gehofft, dass sich die Eigner durch die vorgezogene Auszahlung beim Verkaufspreis entgegenkommend zeigen. Doch diese Hoffnung erfüllte sich offenbar nicht.
Helaba-Chef Thomas Groß hatte zu Jahresbeginn erklärt, dass die Bank offen für Zukäufe sei. „Sie können davon ausgehen, dass wir bei diesem Thema sehr aktiv sein werden“, sagte er bei der Bilanzpressekonferenz im März. Nun muss sich Groß ein neues Übernahmeziel suchen.