Onlinebanking: Externer Angriff legte DKB-Homepage lahm
Kunden konnten nicht auf ihre Online-Depots zugreifen.
Foto: ddp images/Timur EmekFrankfurt. Hacker haben die Deutsche Kreditbank (DKB), die Direktbank der BayernLB, angegriffen. Aufgrund der schwerwiegenden Attacke waren am Dienstagabend die Homepage und auch die App der Onlinebank nicht mehr zu erreichen.
„Der Server-Dienstleister der DKB wurde am 07.01.2020 einem Angriff durch Dritte ausgesetzt, der die Verfügbarkeit unserer Webseite sowie einige Dienste beeinträchtigt“, teilte die Bank dem Handelsblatt am Mittwochmorgen mit. Es gebe aktuell aber kein Anzeichen für einen Datenabgriff.
„Gemeinsam mit unserem Server-Dienstleister haben wir umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen und die Sicherheitsvorkehrungen nochmals verstärkt. Mit den zuständigen Behörden arbeiten wir eng zusammen“, so die Bank weiter.
Kunden konnten am Dienstagabend weder auf ihre Kontostände zugreifen, noch Überweisungen oder Wertpapierkäufe in Auftrag geben. Im Lauf der Nacht war die Homepage wieder erreichbar.
Für DKB-Kunden war es nicht der erste Ausfall im neuen Jahr: Erst am Montag war das Online-Brokerage, die Übersicht über Aktien und Fonds, nicht erreichbar. Hier war eine technische Panne beim Dienstleister DWP Bank schuld.
Die DKB informierte ihre Nutzer auf dem Nachrichtendienst Twitter über den Ausfall. „Aus technischen Gründen kann teilweise nicht auf unsere Website und das Internet-Banking zugegriffen werden. Das tut uns leid. Wir arbeiten an der Lösung“, hieß es dort.
Ein Sprecher hatte die erneute Panne auf Handelsblatt-Anfrage am Dienstagabend bestätigt. „Wir untersuchen derzeit den Grund des Ausfalls. Eine Gefährdung von Kundendaten können wir Stand jetzt ausschließen“, so der Sprecher.
Das aktuelle Problem habe nichts mit dem Brokerage-Problem am Montag zu tun, das neben der DKB mehr als 1200 andere deutsche Geldhäuser getroffen hatte.
Im Internet äußerten DKB-Kunden am Dienstagabend Unmut über den erneuten Ausfall: „Gestern ging einen halben Tag [der] Broker nicht. Heute Ausfall des gesamten Online-Banking. Fahrt ihr irgendwie auf Verschleiß?“, fragte ein Twitter-Nutzer. „Ist das jetzt ein monatliches Ereignis? Dann kann man sich ja drauf einstellen“, so der sarkastische Kommentar eines anderen Kunden.
„Eigentlich wollten wir komplett von Sparkasse auf DKB wechseln, allerdings machen diese ständigen Ausfälle unser Vorhaben unmöglich. Zu unzuverlässig“, lautete ein weiterer Post.
Die IT-Probleme der DKB halten damit auch im neuen Jahr an. Unter anderem im Sommer 2019 war das Kundenportal der Bank für längere Zeit komplett gesperrt gewesen. DKB-Kunden konnten sich nicht mehr anmelden, um Überweisungen zu tätigen oder ihren Kontostand einzusehen, die Smartphone-App war offline. Auch im Herbst kam es zu Ausfällen.
Bei größeren IT-Pannen werden Banken in aller Regel aufgefordert, die Finanzaufsicht Bafin über die Gründe der Störungen zu informieren. „Die große Mehrzahl von Cybervorfällen ist nicht Ergebnis krimineller Attacken von außen, sondern das Ergebnis von internen Fehlern“, hatte Bafin-Chef Felix Hufeld im vergangenen Jahr in Frankfurt erklärt.
Mehr: Die Sparkassen verzeichneten im Dezember eine große Panne im Zahlungsverkehr. Etliche Sparkassenkunden warteten tagelang auf ihr Gehalt.