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RecapBerliner Fintech kann künftig echte Kredite vergeben

Neue Finanzierungsstruktur: Recap erhält 125 Millionen Euro für die Kreditvergabe von HSBC Innovation Banking und Avellinia Capital. Damit kann das Fintech nun neue Märkte erschließen.Dennis Schwarz 11.07.2025 - 10:53 Uhr Artikel anhören
Paul Becker: Der Mitgründer und CEO von Recap will künftig mit seinem Unternehmen in Großbritannien wachsen. Foto: Max Threlfall

Frankfurt. Das Berliner Finanzierungs- und Datenanalyse-Unternehmen Recap hat sich 125 Millionen Euro für die Kreditvergabe gesichert. Das teilte das Fintech am Freitagmorgen mit. „Die neue Finanzierungsstruktur ist ein immens wichtiger Schritt für uns“, sagte Recap Mitgründer und Chef, Paul Becker.

Recap ist ein Marktplatz, bei dem sich Start-ups registrieren können, die auf der Suche nach Kapital sind. Das Fintech finanziert die Start-ups aber nicht mit Eigenkapital, sondern durch die Vermittlung von Krediten. Die neue Finanzierungsstruktur und Liquidität werden von den britischen Finanzunternehmen HSBC Innovation Banking und Avellinia Capital bereitgestellt.

Zuvor basierte das Geschäftsmodell des Fintechs ausschließlich auf dem sogenannten Factoring. Dabei haben die Start-ups ihre künftigen Umsätze an Recap abgetreten und dafür Fremdkapital erhalten.

„Das war für unseren anfänglichen Start in Deutschland und den Niederlanden eine gute Grundlage, funktionierte aber nicht für ganz Europa“, sagte Becker. Künftig vergebe Recap „echte Kredite, die mit anderen Sicherheiten und einem anderen regulatorischen Rahmen verbunden sind, der in allen europäischen Ländern und Großbritannien anwendbar ist“, so Becker.

Neue Märkte erschließen

Das Fintech plant zudem, nun auch nach Großbritannien zu expandieren. Recap habe sich laut Becker aufgrund der Marktgröße für das Land entschieden. Perspektivisch sollen Spanien und Österreich als Märkte hinzukommen.

Nach eigenen Angaben haben sich mittlerweile 4500 Unternehmen auf der Plattform angemeldet. 1000 von ihnen nutzen die Software oder eine Finanzierung von Recap. Bei der eigenen Software des Fintechs können sich Unternehmen registrieren, ihre Finanzdaten aufbereiten und einen Finanzplan erstellen lassen. Recap erhält dafür eine Gebühr.

Wir sehen, dass wir auf Monatsbasis profitabel operieren können.
Paul Becker
Chef von Recap

Seit dem vergangenen Jahr hat das Fintech seinen Marktplatz zudem auch für andere Investoren geöffnet. Diese können sich seitdem ebenfalls gegen eine Lizenzgebühr auf der Plattform registrieren und nach einem Investment suchen. Recap wirbt damit, dass es in Echtzeit die Liquidität der Start-ups ermitteln kann, da diese unter anderem ihre Kontoinformationen auf der Plattform angeben müssen.

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Von der Profitabilität ist das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht mehr weit entfernt. „Wir sehen, dass wir auf Monatsbasis profitabel operieren können“, sagte Becker. Allerdings würde er sich nicht darauf fokussieren, solange weiterhin starkes Wachstum möglich sei.

Das jetzige Kapital reiche in jedem Fall „für die nächsten sechs Monate“, sagte Becker. Weitere Partnerschaften mit Investoren seien geplant, um das Produkt zu erweitern, zum Beispiel für höhere Kreditbeträge. Aktuell ist das Kreditlimit auf drei Millionen Euro pro Unternehmen begrenzt.

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