Schweizer Großbank: Ex-UBS-Präsident Axel Weber warnt vor Risiken im Bankgeschäft mit reichen Kunden
Der langjährige Präsident der Großbank UBS warnt davor, Risiken im Geschäft mit reichen Kunden zu unterschätzen.
Foto: BloombergZürich. Der langjährige Präsident der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, warnt davor, die Risiken im Bankgeschäft mit ultrareichen Kunden zu unterschätzen. „Wir müssen aufhören, die Vermögensverwaltung als risikoloses Geschäft zu bezeichnen“, sagte Weber am Donnerstag vor Journalisten in Zürich. „Die Idee, dass nur im Investmentbanking Risiken liegen, ist ein Trugschluss.“
Das sei eine Lehre aus den jüngsten Krisenfällen bei der Credit Suisse sowie den US-Geldhäusern Silicon Valley Bank und First Republic, so Weber, der inzwischen unter anderem als externer Berater des deutschen Vermögensverwalters Flossbach von Storch arbeitet. „Auch in der Vermögensverwaltung und im Asset-Management gibt es Risiken, die in bestimmten Marktsituationen schlagend werden können.“ Als „Asset-Management“ bezeichnen Banken ihr Geschäft mit Profianlegern, etwa Pensionskassen.
Aus Webers Sicht hatten die drei Pleite-Geldhäuser vor ihrem Zusammenbruch zwei Gemeinsamkeiten: Sie litten unter einem Vertrauensverlust und waren gleichzeitig fokussiert auf sogenannte ultrareiche Kunden, die in der Branche als „Ultra-High-Net-Worth Individuals“ (UHNWI) bezeichnet werden.
Diese Kundengruppe verfügt über ein liquides Vermögen im hohen zweistelligen oder dreistelligen Millionenbereich. „Vermögende Kunden bewegen sich viel schneller, wenn sie das Vertrauen verlieren“, so Weber. Multimillionäre und Milliardäre hätten, indem sie im großen Stil Gelder abzogen, in allen drei Fällen zur „Beschleunigung“ der Bankenkrise beigetragen.