Trade Republic: Neobroker könnte bald zwölf Milliarden Euro wert sein
Frankfurt. Die Bewertung des Berliner Neobrokers Trade Republic könnte sich bald deutlich erhöhen: Das Unternehmen steht offenbar vor einem sogenannten Secondary Deal, berichtet das „Manager Magazin“. Dabei sollen bestehende Geldgeber Anteile im Wert von rund einer Milliarde Euro weiterverkaufen.
Der Unternehmenswert könnte dadurch auf mehr als zwölf Milliarden Euro steigen, heißt es weiter. Trade Republic wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht dazu äußern. Zuvor hatte bereits die Finanznachrichtenagentur Bloomberg über einen möglichen Anteilsverkauf von Investoren berichtet.
Trade Republic zählt zu den prominentesten deutschen Fintechs. Es betreut mehr als zehn Millionen Kunden in 18 Ländern und verwaltet ein Vermögen von über 150 Milliarden Euro. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Sommer 2022 war das Unternehmen mit fünf Milliarden Euro bewertet worden.
Das Fintech war 2019 als Broker gestartet und erhielt Ende 2023 die Vollbanklizenz. Seitdem kann das Unternehmen als Digitalbank seinen Kunden alle wesentlichen Bankdienstleistungen selbst anbieten.
Anfang des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen seine eigene Bezahlkarte eingeführt. Ende des Jahres 2024 startete Trade Republic schrittweise die Einführung eines Girokontos. Zuvor bot das Unternehmen nur Verrechnungskonten für Wertpapierdepots an.
Kundenservice in der Kritik
Zuletzt hatte Trade Republic vergangene Woche die Erweiterung seines Kryptoangebots bekannt gegeben. Es ist die dritte Produkteinführung innerhalb weniger Monate. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Private Markets sowie neue Zinsprodukte verkündet. Bei einem der angebotenen Private-Equity-Fonds hatte es zuletzt jedoch Verwirrung gegeben: So waren die absoluten Kosten höher als anfangs ausgewiesen.
Zahlen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) zeigten zuletzt, dass die Beschwerden bei Trade Republic gestiegen sind. Im Zentrum der Kritik steht der Kundenservice.
Von Januar bis September habe sich die Zahl der Beschwerden über Trade Republic im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 133 Prozent erhöht, sagte ein VZBV-Sprecher dem Handelsblatt kürzlich.
Insgesamt seien bei den 16 Verbraucherzentralen in Deutschland über 300 entsprechende Beschwerden eingegangen. Die Hauptgründe für Beschwerden der Verbraucher seien 2025 „ein schwer oder nicht erreichbarer Kundenservice“ sowie Beschwerden über unvollständige Lieferungen oder Leistungen, erklärte der VZBV.