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ÜbernahmeUBS läutet das Ende der Credit Suisse ein

Die Aktie verschwindet, weite Teile des Geschäfts werden fusioniert: Die Schweizer Großbank UBS will die Übernahme der Credit Suisse bald abschließen. Doch eine Frage bleibt offen.Jakob Blume 05.06.2023 - 13:50 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Übernahme dürfte in den nächsten Tagen vollzogen werden.

Foto: IMAGO/Future Image

Zürich. Die Schweizer Großbank UBS will die Integration der Credit Suisse innerhalb von sieben Tagen abschließen. Die Mitte März durch die Schweizer Regierung orchestrierte Notübernahme des einstigen Hauptrivalen solle bis zum 12. Juni erfolgen, teilte die UBS am Montag mit.

Der Vollzug stehe noch unter dem Vorbehalt, dass die US-Börsenaufsicht SEC dem Vorhaben zustimme. Die Aktien der Credit Suisse und ihre US-Hinterlegungsscheine (ADS) würden dann von der Schweizer Börse Six und der New Yorker Börse Nyse genommen.

Anleger nahmen die Aussicht auf einen baldigen Vollzug des Deals positiv auf: Die Aktien der Credit Suisse kletterten zeitweise um 2,3 Prozent auf 0,8126 Franken, die UBS machte 1,5 Prozent gut. „Wir erachten den Vollzug der Übernahme als wichtigen Schritt, um die aus unserer Sicht langwierige Integration in die Wege zu leiten und Nägel mit Köpfen zu machen“, kommentierte ZKB-Analyst Michael Klien.

Sorge vor zu viel Marktmacht in der Schweiz

Sicher ist, dass weite Teile des einstigen Kerngeschäfts der Credit Suisse in der UBS aufgehen werden – darunter das Investmentbanking, die Vermögensverwaltung sowie das Geschäft mit Profianlegern (Asset Management). UBS-Chef Sergio Ermotti betonte kürzlich auf einer Podiumsdiskussion, dass die Marke Credit Suisse im Ausland verschwindet.

Nach wie vor offen ist die Zukunft des Credit-Suisse-Geschäfts auf dem Schweizer Heimatmarkt. Zwar stellte Ermotti vor Kurzem klar, dass die vollständige Integration der Credit Suisse sein Basisszenario sei.

Doch in der Schweiz wächst der politische Druck, gewisse Geschäftsbereiche der Credit Suisse abzuspalten. Darunter fallen das Einlagengeschäft mit Privatkunden in der Schweiz, die Vergabe von Hypotheken sowie Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen.

Politiker wie der Chef der liberalen FDP, Thierry Burkart, setzen sich für eine Ausgliederung der Credit Suisse Schweiz ein. Sie fürchten eine zu große Marktmacht für die neue Megabank: Sie könnte nach internen Berechnungen mit über 300 Milliarden Franken an Einlagen beinahe doppelt so groß werden wie der nächstgrößere heimische Konkurrent.

Zudem vereint die kombinierte Bank etwa ein Drittel des Schweizer Hypothekenmarktes auf sich.

Der politische Druck wächst

Für Diskussionsstoff sorgt auch der rekordhohe Sondergewinn, den der Deal der UBS beschert. Das Geldhaus hatte die Credit Suisse für den Betrag von 3,25 Milliarden Dollar übernommen. Der Rivale brachte jedoch rund 59 Milliarden Dollar Eigenkapital mit ein.

Nach Umbaumaßnahmen und Rückstellungen bleiben davon noch etwa 35 Milliarden Dollar übrig, die die UBS als Sondergewinn im zweiten Quartal verbucht, wie das Unternehmen kürzlich mitteilte.

59
Milliarden Dollar
Eigenkapital hat die Credit Suisse mit in die neue Großbank eingebracht.

Der politische Druck dürfte zudem weiter zunehmen: Bereits in dieser Woche könnte das Schweizer Parlament eine Parlamentarische Untersuchungskommission einrichten, die der Frage auf den Grund gehen soll, ob bei der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

UBS will Credit-Suisse-Banker in Asien halten

Auch Teile der Wirtschaft blicken mit Bedauern auf den Untergang der Credit Suisse: Der verantwortliche Manager für Fusionen und Übernahmen eines großen Schweizer Konzerns sagte dem Handelsblatt, er warte noch ab, bevor er entscheide, ob er in Zukunft häufiger die UBS für Beratungen bei Übernahmen mandatiere. In der Vergangenheit hätte bei der UBS häufig das verantwortliche Team gewechselt, während er bei der Credit Suisse im Investmentbanking in der Schweiz die Konstanz geschätzt habe.

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Auch deshalb bemüht sich die UBS, erfolgreiche Banker des einstigen Rivalen zu halten. So will die Großbank einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mehr als 100 Investmentbanker der Credit Suisse in Asien halten.

Demnach verhandelt die Bank derzeit mit Dutzenden CS-Mitarbeitern unter anderem in Südkorea, Thailand und Indien. In den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften außerhalb Chinas ist die Credit Suisse traditionell stärker aufgestellt als die UBS.

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