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Unicaja und Liberbank In Spanien bahnt sich eine weitere Bankenfusion an

Nach dem Zusammenschluss von Bankia und Caixabank bestätigen nun zwei kleine Institute Gespräche über eine Fusion. Sie dürften nicht die letzten sein.
05.10.2020 Update: 05.10.2020 - 15:57 Uhr Kommentieren
Unicaja und Liberbank: In Spanien bahnt sich weitere Bankenfusion an Quelle: Reuters
Unicaja-Filiale in Malaga

Unicaja und Liberbank hatten bereits im vergangenen Jahr Fusionsgespräche geführt, die aber im Mai 2019 scheiterten.

(Foto: Reuters)

Madrid Die Konsolidierung auf dem spanischen Bankenmarkt schreitet weiter voran: Am Montag erklärten Unicaja – nach Bilanzsumme derzeit Nummer neun in Spanien – und Liberbank (Nummer elf), dass sie eine Fusion durchspielen. Liberbank bezeichnete die Kontakte als „vorläufig“. Der Verwaltungsrat habe davon Kenntnis, es seien aber keine externen Berater involviert.

Der Aktienkurs von Unicaja stieg um 15,5 Prozent, der von Liberbank um 20,7 Prozent. Beide würden mit einer Bilanzsumme von über 109 Millionen Euro das fünftgrößte Institut in Spanien. Experten erwarten hohe Synergien von einer Fusion. Beide Institute hatten bereits im vergangenen Jahr intensiv verhandelt, konnten sich aber nicht auf das Tauschverhältnis einigen.

Der Zusammenschluss wäre die zweite Runde in der Konsolidierung der spanischen Banken während der Coronakrise. Mitte September hatten Caixabank und Bankia sich auf eine Fusion geeinigt, durch die die größte Bank auf dem spanischen Markt entsteht. Experten gehen davon aus, dass nun gerade auf kleinere Institute der Druck wächst.

Die Branche digitalisiert sich derzeit, um mit neuen Konkurrenten wie Fintechs mithalten zu können, die Bankdienstleistungen online anbieten. „Dieser Wandel erfordert ein hohes Maß an Investitionen, und das ist vor allem für kleine Banken eine Herausforderung“, sagt Marco Troiano von der Ratingagentur Scope. „Sie müssen jetzt die richtige Größe finden, um ein überzeugendes Angebot machen zu können.“

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    Die EZB fordert seit Langem weitere Zusammenschlüsse. In Zeiten niedriger Zinsen sind sie für die Institute ein Weg, ihre Profitabilität zu steigern. Die Coronakrise erhöht dabei den Druck, weil dadurch für die Banken das Risiko von Zahlungsausfällen steigt. Die spanischen Institute haben bereits Milliarden an Rückstellungen gebildet.

    Spanien leidet so stark wie kein anderes europäisches Land unter der zweiten Corona-Welle. Die spanische Zentralbank hat bereits ihre Prognose für den Aufschwung gesenkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte in der vergangenen Woche vor den Folgen für die Finanzbranche: „Die Auswirkungen der Pandemie auf spanische Banken könnten durch die Schwere des wirtschaftlichen Abschwungs ebenso verstärkt werden wie durch ihre im Vergleich mit EU-Wettbewerbern anfangs niedrigere Kernkapitalquote CET1.“

    Analysten spielen Fusionen mit Santander und BBVA durch

    Banken, die bisher von ihrer geografischen Diversifizierung profitiert hätten, könnten das womöglich nicht mehr in dem Maße tun wie in der Vergangenheit, so der IWF. Gemeint sind die beiden Großbanken Santander und BBVA, die den Großteil ihres Geschäfts außerhalb von Spanien erzielen, sich nun aber einer Krise gegenübersehen, die alle Weltregionen betrifft.

    Analysten spielen deshalb auch Fusionen durch, die die beiden spanischen Konzerne mit einbeziehen. Santander-Chefin Ana Botín hat entsprechenden Spekulationen eine strikte Absage erteilt und darauf verwiesen, dass Santander in einer „anderen Liga“ spiele. Die Bank hatte in Spanien zuletzt 2017 den in Schieflage geratenen spanischen Wettbewerber Banco Popular für einen Euro übernommen.

    BBVA dagegen hat sich schon lange weder im In- noch im Ausland verstärkt. CEO Onur Genç erklärte jüngst zudem, in Spanien könne es gute Gelegenheiten geben: „Wenn wir einen optimalen Punkt finden, um Wert zu generieren, machen wir ein Geschäft. Wenn nicht, fühlen wir uns sehr wohl damit, wo wir stehen.“

    Grafik

    Die spanische Onlinezeitung El Confidencial hat an diesem Montag berichtet, dass die Banco Sabadell sowohl mit BBVA, derzeit Nummer zwei nach Santander, als auch mit der kleineren Kutxabank Kontakt aufgenommen habe, um über mögliche Zusammenschlüsse zu reden.

    Sabadell gilt in Spanien als einer der wahrscheinlichsten Fusionskandidaten. Der ideale Partner für das derzeit viertgrößte spanische Institut wäre nach Ansicht vieler Experten Bankia gewesen, die nun aber mit Caixabank zusammengeht.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Sabadell in den vergangenen Monaten mithilfe von Goldman Sachs Optionen durchgespielt, zu denen neben einem Verkauf oder Kauf von Unternehmensteilen auch die Übernahme eines Rivalen oder eine Fusion zählen. Sabadell erklärte auf Anfrage, „es gibt keine konkreten Gespräche mit niemandem“. Man prüfe aber alle strategischen Optionen, die Wert für die Aktionäre schafften und maximierten. BBVA wollte sich nicht äußern, Kutxabank war nicht zu erreichen.

    Mehr: „Konsolidierung ist unvermeidlich“: Europäische Banken bereiten sich auf Fusionswelle vor

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