Vermögensverwalter: Blackrock beruft Aramco-CEO in den Verwaltungsrat
Der CEO von Aramco soll in den Verwaltungsrat von Blackrock.
Foto: ReutersDer Chef des größten Ölproduzenten Saudi Aramco, Amin Nasser, ergänzt künftig das Kontrollgremium von Blackrock. Das teilte der größte Vermögensverwalter der Welt am Montag mit.
Mit diesem Schritt erreicht Blackrock-Chef Larry Fink gleich zwei Ziele.
Er stärkt erstens Blackrocks Engagement im Nahen Osten. Der New Yorker Konzern, der gut 9,4 Billionen Dollar an Kundengeldern verwaltet, hält Anteile an Aramco im Wert von 2,4 Milliarden Dollar, wie aus Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg hervorgeht. Der Ölriese ging 2019 an die Börse.
Zweitens stärkt Fink damit auch seinen Ruf als ausgewogener Konzern, der sowohl erneuerbare als auch traditionelle Energiequellen für wichtig hält.
Nasser habe eine „einzigartige Perspektive auf viele der Schlüsselthemen, mit denen unser Unternehmen und unsere Kunden konfrontiert sind“, sagte Fink in einem Statement.
Fink hatte sich in den vergangenen Jahren für das sogenannte ESG-Investing starkgemacht. Es sieht Investments nach ökologischen, sozialen und ethischen Standards vor.
Damit war Fink jedoch gerade bei den Republikanern in den USA angeeckt. Eine Reihe von Pensionsfonds aus republikanisch geführten Bundesstaaten zogen ihre Gelder von Blackrock aus Protest ab. Dagegen warfen ihm demokratische US-Politiker vor, er würde sich in seiner einflussreichen Rolle nicht stark genug für den Kampf gegen den Klimawandel starkmachen.
Er bekomme „Kritik von rechts und von links“, monierte Fink im vergangenen Herbst auf einer Konferenz in Washington.
Blackrock meidet nun den Begriff ESG und spricht lieber von „Transition Investing“, was für Investitionen in die Energiewende steht und weniger politisch belastet ist.
Mit Agenturmaterial.