Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

„Volks-Sparkasse“ Gemeinsame Filialen: Frankfurter Volksbank intensiviert Kooperation mit der Sparkasse

Die zweitgrößte deutsche Volksbank spricht mit anderen Geldhäusern über eine Zusammenarbeit. Mit der Taunus Sparkasse wird sie sich insgesamt 26 Geschäftsstellen teilen.
29.01.2020 - 16:46 Uhr Kommentieren
Die Frankfurter Volksbank kann sich vorstellen, mit weiteren Sparkassen gemeinsame Filialen zu betreiben. Quelle: dpa
Frankfurter Volksbank

Die Frankfurter Volksbank kann sich vorstellen, mit weiteren Sparkassen gemeinsame Filialen zu betreiben.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Frankfurter Volksbank will ihr Konzept gemeinsamer Filialen mit weiteren Partnern ausbauen – und ihr schlägt aus der Branche auch Interesse entgegen. Bankchefin Eva Wunsch-Weber erklärte am Mittwoch: „Wir sprechen mit Kollegen über das Modell.“

Man werde im Laufe des Jahres sehen, ob man entsprechende Themen vertiefen könne, so Wunsch-Weber. Dabei geht es allerdings nicht um die Frankfurter Sparkasse sowie die Nassauische Sparkasse aus Wiesbaden, die beiden größten Sparkassen im Rhein-Main-Gebiet. Die Frankfurter Volksbank ist auch im Zuge etlicher Fusionen mit benachbarten kleineren Genossenschaftsbanken stark gewachsen und ist in einem großes Geschäftsgebiet auch außerhalb Frankfurts aktiv.

Gestartet hat die Frankfurter Volksbank die gemeinsame Filialen unter dem Titel „Finanzpunkt“ zusammen mit der Taunus Sparkasse aus Bad Homburg. Die beiden Geldhäuser haben kurz vor Weihnachten ihre erste Gemeinschaftsfiliale eröffnet. 25 weitere Finanzpunkte sollen bis Ende 2020 folgen. Rund zwei Drittel davon sind mit Mitarbeitern besetzte Geschäftsstellen, in den restlichen gemeinsamen Standorten befinden sich nur Geldautomaten.

Mit ihrer Ankündigung, gemeinsam Filialen zu betreiben, hatten die beiden Kreditinstitute Anfang September bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wunsch-Weber sagte nun: „Sogar ausländische Banken haben sich bei uns über die Finanzpunkte erkundigt.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Eine solche flächendeckende Kooperation zwischen einem öffentlich-rechtlichen und einem genossenschaftlichen Institut, eine Art „Volks-Sparkasse“, ist neu. Es gibt zwar bundesweit bereits etliche Fälle, in denen sich eine Sparkasse und eine Volksbank eine Filiale teilen, aber meist geht es dabei allenfalls um einige wenige Standorte oder sogar nur um eine Geschäftsstelle.

    Mitte Dezember 2019 eröffneten die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse den ersten „Finanzpunkt“, den sie gemeinsam in Bad Soden betreiben. Quelle: dpa
    Gemeinschaftsfiliale

    Mitte Dezember 2019 eröffneten die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse den ersten „Finanzpunkt“, den sie gemeinsam in Bad Soden betreiben.

    (Foto: dpa)

    Die Zusammenarbeit in diesem Umfang ist bemerkenswert, weil Sparkassen und Genossenschaftsbanken eigentlich Rivalen sind und sich gegenseitig noch mehr als Wettbewerber betrachten als gegenüber Onlinebanken. Die knapp 380 Sparkassen sind mit rund 35 Millionen Girokonten Marktführer in Deutschland, die rund 850 Volks- und Raiffeisenbanken zählen knapp 26 Millionen Girokonten.

    Was beide Bankengruppen aber eint: Gerade für Sparkassen und Volksbanken sind Filialschließungen ein Balanceakt. Die regional verwurzelten Kreditinstitute betonen immer wieder, dass sie sich nicht aus der Fläche zurückziehen wollen. Schließlich ist die Nähe zum Kunden ein essenzieller Teil der Daseinsberechtigung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Es gehe darum, die Filialpräsenz in der Fläche zu erhalten, so Wunsch-Weber.

    Zuletzt hat sich das Filialsterben in Deutschland beschleunigt. 2018 sank die Zahl der Geschäftsstellen um genau 2239 auf 27.887 Filialen, ermittelte die Bundesbank. Das ist ein Minus von 7,4 Prozent und ein deutlich stärkerer Rückgang als in den Vorjahren. Auch 2019 dürfte die Zahl der Filialen weiter deutlich geschrumpft sein.

    Kürzlich wurde bekannt, dass auch die Sparkasse Darmstadt und die Volksbank Darmstadt-Südhessen künftig sechs Standorte gemeinsam betreiben wollen – drei personenbesetzte Filialen und drei Standorte nur mit Geldautomaten. Sie wollen die Marke „Finanzpunkt“ allerdings nicht nutzen. Ein Sprecher der Sparkasse Darmstadt sagte auf Anfrage, beide Häuser hätten bereits starke Marken, auf die man setze.

    Wunsch-Weber zeigte sich mit dem vergangenen Geschäftsjahr sehr zufrieden. Die mit einer Bilanzsumme von zwölf Milliarden Euro zweitgrößte deutsche Volksbank erzielte ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 97 Millionen Euro und damit rund zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Zwar sank der wichtige Zinsüberschuss, zugleich aber drückte das Geldhaus seine Kosten deutlich.

    Das lag unter anderem daran, dass sie Stellen nicht nachbesetzte, wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gingen. Die Bank hatte per Ende 2019 rund 1.550 Mitarbeiter, etwa 100 weniger als ein Jahr zuvor. Die Volksbank profitiert zudem vom Immobilienboom in Deutschland – auch weil sie selbst Immobilien besitzt. So vermietet das Kreditinstitut rund 1.200 Wohnungen in ihrem Geschäftsgebiet.

    Die Bankchefin erklärte weiter: „Wir gehen davon aus, dass wir auch 2020 ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Für 2019 will die Frankfurter Volksbank eine Dividende von sechs Prozent zahlen – ein Niveau, das Wunsch-Weber ebenso für die kommenden Jahre anpeilt.

    Mehr: Die Finanzaufsicht Bafin hat dem IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken, Fiducia GAD, schwere Mängel attestiert.

    Startseite
    Mehr zu: „Volks-Sparkasse“ - Gemeinsame Filialen: Frankfurter Volksbank intensiviert Kooperation mit der Sparkasse
    0 Kommentare zu "„Volks-Sparkasse“: Gemeinsame Filialen: Frankfurter Volksbank intensiviert Kooperation mit der Sparkasse"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%