Wirecard: Die unerfüllten Hoffnungen des Markus Braun
Lange war er geschäftsführender Vorstand von Wirecard.
Foto: dpaMünchen. Markus Braun hat stets groß gedacht. In öffentlichen Auftritten und in Interviews hat der ehemalige Wirecard-Chef seit der Dax-Aufnahme im September 2018 stets ein Gesamtbild aus immensem Wachstum, überlegener Technik und hohem Kundeninteresse gezeichnet. Das Handelsblatt hat wesentliche Kernaussagen aus dieser Zeit noch einmal einem Realitätscheck unterzogen. Herausgekommen sind Zitate, die aus heutiger Sicht nahezu grotesk wirken.
Hier die sieben markantesten Beispiele dafür:
1. Zum weiteren Wachstum:
„Seit dem Jahr 2005 hatte Wirecard ein Durchschnittswachstum von 36 Prozent im Jahr. Ich bin optimistisch, dass das auch in den nächsten zehn bis 15 Jahren möglich sein wird.“ (Gesagt auf der Hauptversammlung am 18.6.2019)
Fakt ist: Diese Aussage findet sich in ähnlicher Form über Jahre immer wieder in Präsentationen. Wachstumszahlen zwischen 35 und 40 Prozent waren gesetzt bei Wirecard. Begründet wurde das stets mit dem weltweiten Markt für elektronische Zahlungsdienstleistungen, der um 15 bis 20 Prozent wächst.
Wirecard wollte durch stetige Innovationen deutlich über dem Durchschnittswachstum liegen. Seit Mittwoch weiß man, dass die Münchener Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der Konzern seit spätestens Ende 2015 Verluste schrieb. Der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun sitzt seither in Haft.