Bilanzskandal: Wirecards Ex-Chefbuchhalter – „Habe Fehler gemacht, die ich bereue“
München. Eineinhalb Jahre lang hat Wirecards früherer Chefbuchhalter im Strafprozess um den Finanzdienstleister zur Sache geschwiegen, am Mittwochmorgen äußert sich Stephan von Erffa zum ersten Mal inhaltlich. Als er gegen 9.15 Uhr den Gerichtssaal in München betritt, hat der 49-Jährige eine etwa 200 Seiten lange Erklärung mitgebracht. Gleich zu Beginn betont von Erffa: „Ich habe Fehler gemacht, die ich bereue und für die ich mich bei den Geschädigten entschuldige.“
Von Erffa sagt, er sei sich angesichts der vielen Themen auf seinem Schreibtisch zeitweise „wie ein Jongleur“ vorgekommen. Es habe „ja kein Ball herunterfallen“ dürfen, aber er habe „keine Chance gehabt, sich mit den Bällen zu befassen“. Er fügt hinzu: „Heute erkenne ich, dass es damals schon wichtig gewesen wäre innezuhalten.“
Der Ex-Chefbuchhalter betont, dass er sich „nie bereichert habe“. Es widerstrebe ihm, „wenn jemand seinen eigenen Vorteil in den Vordergrund stellt“. Von Erffa habe stets „das Beste für das Unternehmen erreichen und Prozesse verbessern“ wollen.