Steuerskandal: Ex-Geschäftspartner von Hanno Berger – Anklage gegen Fondsmanager aus Luxemburg
Kölner Staatsanwälte haben dem Landgericht Bonn eine neue Anklage im Cum-Ex-Skandal vorgelegt.
Foto: Ulrich Baumgarten / vario imagesDüsseldorf. Die Staatsanwaltschaft Köln hat dem Landgericht Bonn eine neue Anklage im Cum-Ex-Skandal vorgelegt. Nach Informationen des Handelsblatts richtet sie sich gegen Günter G., Fondsmanager der Luxemburger Firma Sheridan. Er soll an Geschäften mitgewirkt haben, die den deutschen Staat beinahe eine halbe Milliarde Euro gekostet hätten. Eine Sprecherin des Landgerichts bestätigte den Eingang einer Anklage, wollte aber keine weiteren Auskünfte dazu geben.
Cum-Ex bezeichnet eine Methode, Aktien zum Zwecke der Steuerhinterziehung zu handeln. Die Beteiligten täuschen dabei die Finanzämter so, dass diese eine nur einmal abgeführte Kapitalertragsteuer zweimal erstatten. Weil es um Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch geht, hat sich der lateinische Begriff etabliert.
Günter G. gehörte nach den Erkenntnissen der Ermittler zu einem Zirkel von Banken, Investoren und Anwälten, der auf die illegalen Cum-Ex-Geschäfte setzte. In der Anklage geht es um Deals aus dem Jahr 2011. Bis dahin hatte G. eine erfolgreiche Karriere absolviert.
Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank wechselte er im Jahr 1989 zur Fondstochter DWS nach Luxemburg, wo er vom Fondsmanager zum Gruppenleiter aufstieg. Um die Jahrtausendwende beförderte ihn die DWS zum Abteilungsleiter und schließlich zum Co-Geschäftsführer.