Wegweisender Prozess: „Was habt ihr für eine Höllenmaschine?“ – Ex-Sarasin-Banker kommt wegen Cum-Ex vor Gericht
Das Geldhaus wird im Cum-Ex-Skandal mit diversen Vorwürfen konfrontiert.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Klienten von Jens Meier* stammten aus dem deutschen Geldadel. Drogerieunternehmer Erwin Müller und der langjährige AWD-Chef Carsten Maschmeyer gehörten dazu. Meier arbeitete für Sarasin – und die Schweizer Privatbank, die heute als J. Safra Sarasin firmiert, schickte ihn mit einem besonderen Auftrag nach Deutschland: Er sollte den Superreichen Geschäfte vorschlagen, die sie nicht ablehnen würden. Meier war erfolgreich. Nun kommt er vor Gericht.
Die Geschäfte, die Meier seinen Edelkunden anbot, liefen auf Kosten der Allgemeinheit. Cum-Ex nannte sich die Methode, bei der Aktien im Kreis gehandelt wurden, um die Finanzämter zu täuschen und doppelte Steuererstattungen zu provozieren. Meier stellte in Aussicht, was es nirgendwo sonst gab: zwölf Prozent Rendite in drei Monaten bei null Risiko. Die Gewinne stammten aus der Steuerkasse – ohne dass die Kunden darüber aufgeklärt wurden.
Nun steht das Schlimmste bevor, was Meier und seinen auf Diskretion bedachten Kunden passieren kann: Die Details ihrer Geschäfte werden in einem öffentlichen Gerichtssaal präsentiert. Das Landgericht Bonn hat die Anklage gegen Meier wegen Mittäterschaft oder Beihilfe zu schwerer Steuerhinterziehung und gewerbsmäßigen Bandenbetrug zugelassen.