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CybercrimeDeutsche Behörden lassen gefälschte Handelsplattformen sperren

Mit vermeintlich lukrativen Geldanlagen versprechen Kriminelle im Netz große Gewinne – doch für die Opfer ist es ein Verlustgeschäft. Ermittler vermelden nun Erfolge der „Operation Herakles“. 15.10.2025 - 08:26 Uhr Artikel anhören
Laptop mit beschlagnahmter Internetseite: Im Kampf gegen internationale Wirtschaftskriminalität haben baden-württembergische Behörden illegale Websites beschlagnahmt. Foto: Leonie Asendorpf/dpa

Karlsruhe. Um massenhaften Betrug im Internet zu unterbinden, haben Cybercrime-Experten mehr als 1400 illegale Internetseiten gesperrt. Es bestehe der Verdacht des sogenannten Cybertrading-Betrugs, teilten das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinsam mit.

Die Betrugsmasche, um die es dabei geht, heißt „Cybertrading-Fraud“. Sie hat sich den Angaben nach in den vergangenen Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt – mit stetig steigenden Fallzahlen. Gutgläubige Kundinnen und Kunden sollen dabei im Vertrauen auf eine lukrative Anlagemöglichkeit teils hohe Geldsummen auf betrügerischen Internetplattformen investieren.

Bei der „Operation Herakles“ seien nun in Zusammenarbeit mit der europäischen Polizeibehörde Europol und bulgarischen Strafverfolgungsbehörden 1406 aktive illegale Domains vom Netz genommen worden, hieß es. „Über die nun gesperrten Domains sollten Verbraucherinnen und Verbraucher getäuscht und zu vermeintlichen Investitionen auf manipulierten Handelsplattformen verleitet werden.“

„Crime as a Service“ – Geld in der Regel verloren

Bislang seien die Täter unbekannt. Sie handeln den Angaben nach international und arbeitsteilig. Das Vorgehen bezeichnen die Behörden als „Crime as a Service“, also kriminelle Dienstleistungen. Die Betrugsmasche selbst ist als „Cyber-Trading-Betrug“ bekannt.

Die Täter erstellen den Angaben nach Internetauftritte, auf denen sie einem breiten Publikum die Eröffnung eines vermeintlichen Handelskontos für das Trading mit Finanzinstrumenten anbieten. „Hierbei wenden sich die Täter bewusst an den deutschen Markt und gezielt an Personen, die in Deutschland leben und wohnen.“ Die Betreiber hätten aber keine Erlaubnis der Bafin für Finanz- beziehungsweise Wertpapierdienstleistungen und Bankgeschäfte.

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„Tatsächlich werden die eingezahlten Gelder zu keinem Zeitpunkt einer Kapitalanlage zugeführt“, warnen die Ermittler. Flankierend rufen sogenannte Broker aus Callcentern im Ausland die Opfer an und animieren sie dazu, mehr Geld zu investieren. „Viele Geschädigte bemerken aufgrund des professionellen Vorgehens der Täter und des Einsatzes von gefälschten Handelsplattformen über Monate hinweg nicht, dass sie betrogen werden, und werden zu weiteren Einzahlungen motiviert“, heißt es. Das Geld sei in der Regel vollständig verloren.

Hunderttausende Aufrufe seit Beschlagnahme

Die nun beschlagnahmten Domains wurden auf eine vom LKA gehostete sogenannte Beschlagnahmeseite umgeleitet: Wer die Internetadresse aufruft, bekommt nun einen entsprechenden Hinweis.

„Die Beschlagnahme der Websites verdeutlicht das riesige Ausmaß des Betrugs über Online-Handelsplattformen“, sagte die bei der Bafin für Handel und Geldwäsche zuständige Exekutivdirektorin Birgit Rodolphe. „Die Täter (...) verwenden Künstliche Intelligenz, um illegale Websites wie am Fließband herzustellen und mit ihnen Anleger in die Falle zu locken.“

Solche Betrugsseiten werden den Angaben nach millionenfach geklickt. Allein seit Umleitung der betroffenen Domains am 3. Oktober stellten die Behörden laut der Mitteilung rund 866.000 Aufrufe auf die übernommenen Seiten fest.

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Bei einer ähnlichen Aktion im Juni hatten die Behörden rund 800 illegale Domains gesperrt. Seitdem sei durch rund 5,6 Millionen Nutzerzugriffe mehr als 20 Millionen Mal versucht worden, diese aufzurufen.

Erstpublikation: 13.10.2025, 15:24 Uhr.

dpa, rtr
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