Deutsche-Bank-Tochter: DWS verdient 2023 weniger und erwartet 2024 stagnierenden Gewinn – Aktie deutlich im Minus
Frankfurt. Die Fondstochter der Deutschen Bank, DWS, hat 2023 wieder mehr Geld bei Anlegern eingesammelt. Allerdings konnte das Topmanagement der DWS um Vorstandschef Stefan Hoops diese Zuflüsse nicht in einen höheren Gewinn umsetzen.
Im vergangenen Jahr fiel das Konzernergebnis laut einer Mitteilung der DWS um fünf Prozent auf 567 Millionen Euro. Das bereinigte Vorsteuerergebnis sackte um elf Prozent auf 937 Millionen Euro ab, und die bereinigten Erträge sanken um drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.
Zwar erzielte die Fondsgesellschaft höhere Performance- und Transaktionsgebühren, allerdings gingen gleichzeitig die Managementgebühren zurück. Als Ursache nennt der Vermögensverwalter ein niedrigeres durchschnittliches verwaltetes Vermögen wegen der schwächeren Märkte im Verlauf des Jahres 2023.
Für 2024 erwarten Hoops und seine Kollegen keine Fortschritte bei zentralen Kennzahlen. Sowohl die bereinigten Erträge als auch der bereinigte Vorsteuergewinn würden im Wesentlichen voraussichtlich unverändert bleiben, heißt es in einer Mitteilung der DWS.
Die Aktionäre zeigen sich am Donnerstag verstimmt angesichts der Zahlen des Vermögenverwalters. Der Kurs der DWS reagiert negativ, die Papiere geben zwischenzeitlich um mehr als 6,5 Prozent nach.
Das verwaltete Vermögen steigt wieder
Nachdem die Fondstochter der Deutschen Bank 2022 mit Mittelabflüssen zu kämpfen hatte, stieg das verwaltete Vermögen bis zum Ende des vergangenen Jahres um 75 Milliarden Euro auf 896 Milliarden Euro. Dazu trugen Nettozuflüsse von 28,3 Milliarden Euro bei. Die DWS sei damit „einer der am schnellsten organisch wachsenden Vermögensverwalter weltweit“, sagte Hoops.
Trotz eines noch immer nicht vollständig aufgearbeiteten Greenwashing-Skandals konnte die DWS auch mehr nachhaltige Anlageprodukte verkaufen. Den hauseigenen ESG-Fonds seien 2023 netto 4,9 Milliarden Euro zugeflossen, heißt es in der Mitteilung. Das Kürzel ESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
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Am 16. Januar hatten Polizisten und Staatsanwälte erneut in den Räumen der DWS ermittelt. Hintergrund ist der Vorwurf, dass die Fondsgesellschaft ihr Nachhaltigkeitsengagement systematisch zu positiv dargestellt haben soll. Um die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, hat sich die DWS in den USA mit der Wertpapieraufsicht SEC bereits auf eine Geldbuße von 19 Millionen US-Dollar geeinigt. In Deutschland laufen die Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts auf Kapitalanlagebetrug allerdings weiter.
Höhere Dividende und Sonderausschüttung
Trotz des niedrigeren Konzernergebnisses will die DWS für 2023 eine um fünf Cent höhere Dividende von 2,10 Euro je Aktie vorschlagen. Damit steigt die Ausschüttung im fünften Jahr in Folge.
Dazu soll eine außerordentliche Dividende in Höhe von vier Euro je Aktie kommen. Das dürfte vor allem den Mehrheitsaktionär Deutsche Bank freuen.