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RankingDas sind die besten Finanzdienstleister des Jahres 2025

Mobile Payment ist auf dem Vormarsch – und immer mehr Banking-Vorgänge finden online statt. Welche Banken und Finanzdienstleister die digitalen Ansprüche der Kunden erfüllen können.Jan Wittenbrink 17.07.2025 - 10:38 Uhr Artikel anhören
Sogenannte Smart-Payment-Anbieter sind aus dem Einkaufsalltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Foto: Getty Images

Köln. Der US-Bezahldienst kündigte es vollmundig als „Revolution“ an – und schaltete sogar Fernsehwerbung: Paypal-Kunden können ihr Konto seit diesem Sommer in Deutschland nicht nur beim Onlineshopping, sondern auch am Zahlungsterminal vieler Ladenkassen nutzen.

Möglich macht dies eine mobile Wallet innerhalb der Paypal-App, in der eine virtuelle Mastercard hinterlegt wird. Bezahlt wird dann kontaktlos mit dem Smartphone. Deutschland ist der weltweit erste Markt, in dem Paypal das neue, angeblich revolutionäre Angebot testet.

Mobiles Bezahlen ist auf dem Vormarsch – möglich machen es die in Smartphones verbauten NFC-Chips (Near Field Communication), die auch in Giro-, Debit- oder Kreditkarten stecken. Fast 13 Prozent der bargeldlos zahlenden stationären Kunden griffen im vergangenen Jahr auf ihr Handy zurück – im Jahr zuvor waren es nur 7,5 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie des Handelsforschungsinstituts EHI Retail Institute in Köln.

„Immer mehr Menschen nutzen lieber ihr Smartphone, statt zur Karte im Portemonnaie zu greifen“, sagt Horst Rüter, Forschungsbereichsleiter Zahlungssysteme beim EHI. Ebenfalls per NFC funktionieren Zahlungen mit der Smartwatch oder speziellen Bezahlringen.

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Bisher zahlen die meisten Mobile-Payment-Nutzer je nach Betriebssystem ihres Smartphones entweder per Google Pay oder Apple Pay. Fast jede Bank ermöglicht es mittlerweile, ihre Karten in den beiden Diensten zu hinterlegen. Paypal tritt nun in direkte Konkurrenz zu den beiden Platzhirschen.

Dabei half auch eine neue EU-Richtlinie: Die Europäische Union hat Apple 2024 aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verpflichtet, den NFC-Zugang auf iPhones für Drittanbieter-Apps zu öffnen. Paypal-Kunden müssen allerdings den Umweg über die App nehmen, statt direkt aus Apples eigener Wallet zu zahlen.

Smarte Anwendungen im Trend

Ob Apple Pay, Google Pay, Paypal oder der schwedische Dienst Klarna – sogenannte Smart-Payment-Anbieter sind aus dem Einkaufsalltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. In der Gunst der Verbraucher stehen sie weit oben – das zeigt eine aktuelle Studie des Kölner Marktforschungsinstituts Servicevalue im Auftrag des Handelsblatts.

Die Analysten holten im Mai und Juni mehr als 49.000 Kundenurteile ein. Die Befragten konnten 326 Dienstleister in 18 Kategorien mit Blick auf ihre Zufriedenheit bewerten. Das Geschäftsfeld Smart Payment erzielte dabei im Ranking insgesamt den besten Mittelwert, mit Paypal als bestbewertetem Einzelunternehmen – gefolgt von Onlinebrokern und Fondsgesellschaften.

29
Prozent
der Menschen in Deutschland nutzen Paypal 
für Onlinezahlungen. Quelle: EHI

„Die Anbieter sind beliebt, weil sie im Alltag präsent sind und das Bezahlen bequemer machen“, sagt Studienleiter Claus Dethloff, Geschäftsführer bei Servicevalue. Paypal möchte sich nun mit zusätzlichen Services gegenüber der Konkurrenz behaupten. So sollen Nutzer beim stationären Einkauf in Raten zahlen können. Z

ur Auswahl stehen verschiedene Laufzeiten von drei bis 24 Monaten, die Finanzierung lässt sich direkt in der App beantragen. Zugleich verkündete Paypal strategische Partnerschaften mit ausgewählten Handelsketten wie Deichmann und Obi. Wer in diesen Geschäften mit der App zahlt, soll laut Paypal von Cashback-Aktionen profitieren.

Noch findet mehr als die Hälfte aller Transaktionen im Einzelhandel laut der EHI-Studie bar statt. Betrachtet man die Umsätze, beträgt der Anteil allerdings nur noch etwa ein Drittel. Der Bargeldanteil sinke kontinuierlich um etwa zwei Prozent pro Jahr, sagt Rüter. Das kontaktlose Zahlen habe vor allem in den Pandemiejahren einen massiven Schub erhalten, damals vor allem aus hygienischen Gründen.

Dennoch: „Emotional hängen viele noch am Bargeld“, sagt Dethloff. „Sogar die, die selbst kaum noch bar zahlen, möchten Münzen und Scheine in der Regel nicht abschaffen.“ In Deutschland habe es – anders als in vielen anderen Staaten – in der Vergangenheit keine staatlichen Eingriffe in die Zahlungsarten gegeben, sagt Rüter. Nun findet sich im Koalitionsvertrag von Union und SPD allerdings eine Passage, wonach Geschäfte des täglichen Bedarfs zu mindestens einer digitalen Zahlungsoption verpflichtet werden sollen – ein Novum. Wann und wie das konkret umgesetzt werden kann, ist unklar.

Emotional 
hängen viele noch 
am Bargeld.
Claus Dethloff
Servicevalue

Im Einzelhandel könne man heute aber – anders als in der Gastronomie – ohnehin schon so gut wie überall digital zahlen, sagt Rüter. Fast alle Händler akzeptieren mindestens die Girocard, das Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft.

Diese ist für den Einzelhandel deutlich preiswerter als die Akzeptanz von Kredit- und Debitkarten internationaler Zahlungskonzerne wie Mastercard und Visa. Der Druck auch für kleinere Händler steige, sich flexibel aufzustellen, sagt EHI-Experte Rüter – gerade wenn nun neue Player wie Paypal in den stationären Markt treten.

Deutschland mit Spätstart

Online ist Paypal in Deutschland längst Marktführer – etwa 29 Prozent zahlen nach Erkenntnissen des EHI über den Dienst. Deutschland ist für Paypal nach den USA der wichtigste Markt. „Für Verbraucher ist Paypal attraktiv, für den Handel aber recht teuer“, sagt Rüter. Die deutsche Kreditwirtschaft habe es verpasst, frühzeitig ein eigenes Onlinebezahlsystem zu etablieren. „Die Hoffnungen liegen darauf, in Zukunft mit Wero ein starkes europäisches System als Gegengewicht zu den US-Tech-Konzernen zu schaffen.“

Wero ist ein 2024 gestarteter Bezahldienst der European Payments Initiative (EPI), der in Deutschland aber noch wenig bekannt ist. Hierzulande nehmen bisher etwa die Genossenschaftsbanken, die Sparkassen und die Postbank an Wero teil.

Methodik
„Wenn Sie alle Erwartungen, Erfahrungen und Informationen aus den letzten 24 Monaten zusammenfassen, wie bewerten Sie insgesamt folgende Anbieter in Bezug auf andere Anbieter der Kategorie?“ Auf Basis dieser Frage hat das Kölner Marktforschungsinstitut Servicevalue im April und Mai dieses Jahres mehr als 49.000 Kundenurteile zu 326 Finanzdienstleistern in 18 Kategorien eingeholt.
Aus den Bewertungen 1 („Der beste Anbieter“), 2 („Besser als die meisten“), 3 („Ein guter Anbieter“) und 4 („Weder schlechter noch besser“) errechnete Servicevalue Mittelwerte. Die Urteile 5 („Kann ich nicht beurteilen“) und 6 („Ist mir nicht bekannt“) waren in der Erhebung nicht bewertungsrelevant. Anbieter mit dem besten Mittelwert innerhalb ihrer Branche erhielten die Auszeichnung „Bester Dienstleister“.

Die klassischen Banken müssen sich im Spannungsfeld zwischen schrumpfendem Filialgeschäft, digitalen Anforderungen und internationaler Konkurrenz behaupten. Im Servicevalue-Ranking belegte die Oldenburgische Landesbank (OLB) den Spitzenplatz bei den Filialbanken. In ihrer Kernregion in Nordwestdeutschland betreibt die OLB ein Filialnetz. Gleichzeitig spricht sie bundesweit Privat- und Unternehmenskunden an. Im vergangenen Jahr erneuerte die Bank ihren Markenauftritt samt Logo.

Online findet sich eine sogenannte digitale Filiale – Nutzer erhalten hier unter anderem Videoberatungen zu Themen wie Kontoeröffnung, Geldanlage und Immobilienvermittlung. Der persönliche Kontakt bleibe trotz der zunehmenden Digitalisierung wichtiger Bestandteil der Kundenbeziehungen, teilt die OLB mit, die im vergangenen Jahr die Frankfurter Degussa Bank übernommen und integriert hat.

„Es bleibt eine Kernleistung von Banken, die individuell beste Lösung zu finden und im persönlichen Gespräch Vertrauen zu schaffen“, sagt Analyst Dethloff. Vor allem dann, wenn bedeutende Entscheidungen wie die Einmalanlage größerer Summen oder eine Baufinanzierung anstünden. Doch wer nicht gleichzeitig seine digitalen Angebote auf Vordermann bringe, verliere den Anschluss.

Nach anfänglicher Zurückhaltung hätten viele Verbraucher Vertrauen in digitale Banking-Prozesse gefasst, nachdem sie eigene Erfahrungen gesammelt haben. Schließlich lassen sich längst viele Finanzprodukte komplett online abschließen – ohne Papierunterlagen und Filialbesuche. Auch dem Sicherheitsbedürfnis werde dabei Rechnung getragen, sagt Dethloff. „Mittlerweile ist es eher so, dass einige Banken den digitalen Kundenwünschen hinterherhinken.“

Gleichzeitig gehe der Trend zum Zweit- und Drittkonto für verschiedene Anwendungszwecke wie Reisen und Investments, sagt Dethloff – ein Konto sei heute online schließlich schnell eröffnet. Auch die Fluktuation sei höher: „Kunden sind schneller bereit, zum Beispiel wegen eines günstigen Lockangebots zu wechseln.“ Das sei teilweise ein hausgemachtes Problem, da viele Banken dazu neigten, Neukunden besser zu behandeln als Stammkunden.

Entscheidend ist die digitale Sichtbarkeit auf verschiedenen Kanälen und in den sozialen Medien, um keine Zielgruppen zu verpassen. „Man muss die ganze Bandbreite bespielen – und dennoch ein klares Profil behalten“, sagt Dethloff.

Die OLB ist seit dem vergangenen Jahr Partner der deutschen Frauen-Fußballnationalelf – es ist das erste bundesweite Sponsoring der Bank. Die aktuelle Kampagne zur Europameisterschaft wird überwiegend über digitale Kanäle ausgespielt. Das Sponsoring sei eine große Chance, die nationale Bekanntheit der Marke auszubauen, teilt die Bank mit.

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Die App der OLB bietet etwa eine Ein- und Auszahlungsfunktion per Barcode und eine Navigationsfunktion, die zum nächsten Geldautomaten führt. Ohne eine gute App gehe es heute nicht mehr, sagt Dethloff. „Viele Leute beschäftigen sich gar nicht so gern mit Finanzfragen und sehen das eher als notwendiges Übel.“ Es gehe daher darum, die Bedienung intuitiv und möglichst auch unterhaltsam zu gestalten.

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