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Digitalisierung Allianz und Axa kämpfen um die digitale Vorherrschaft

Axa-Chef Thomas Buberl treibt die Digitalisierung des Versicherers voran. Jetzt hält Allianz-Chef Oliver Bäte massiv dagegen. Wer am Ende vorne liegen wird, ist längst nicht entschieden.
23.04.2018 - 06:18 Uhr Kommentieren
In Sachen Digitalisierung der Versicherungsbranche führt ab jetzt kein Weg mehr an der Allianz vorbei. Quelle: AFP
CEO Oliver Bäte

In Sachen Digitalisierung der Versicherungsbranche führt ab jetzt kein Weg mehr an der Allianz vorbei.

(Foto: AFP)

Paris/München Der Hashtag „nobullshit“ ist derzeit nicht nur in der digitalen Welt als Werbeslogan präsent, auch in analoger Form ist er unübersehbar. Von großen Plakatwänden leuchtet der Spruch in unterschiedlichen Farben etwa an Münchener U-Bahnhöfen, auch in anderen Städten wird großflächig geworben. Die Smartphone-Bank N26, eines der wenigen großen und erfolgreichen Finanz-Start-ups (Fintechs) aus Deutschland, wirbt damit um neue Kunden. Das Versprechen: Bei ihnen soll es nur Bankgeschäfte geben, die die Kunden wirklich brauchen, kein Quatsch eben.

Zu den Geldgebern des Fintechs gehört die Allianz. Der Versicherungskonzern hat sich vor wenigen Wochen maßgeblich an einer 160 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde von N26 beteiligt. Das Münchener Dax-Unternehmen mit Oliver Bäte an der Spitze will damit ein Zeichen setzen.

In Sachen Digitalisierung der Versicherungsbranche führt ab jetzt kein Weg mehr an der Allianz vorbei. Kunden, die ein Konto bei einer reinen Onlinebank haben, brauchen irgendwann schließlich auch Versicherungen. Und es ist als Kampfansage an die Axa zu verstehen.

Der General-Direktor von Axa treibt die Digitalisierung des französischen Versicherers voran. Quelle: Bouchon/Le Figaro/laif
Thomas Buberl

Der General-Direktor von Axa treibt die Digitalisierung des französischen Versicherers voran.

(Foto: Bouchon/Le Figaro/laif)

Der französische Versicherer gilt als Vorreiter in Sachen Digitalisierung der Versicherungsbranche. Vieles, was gerade in München passiert, gibt es in Paris bereits oder wächst dort gerade parallel dazu. Treiber und gleichzeitig größter Konkurrent von Bäte ist dabei Axa-Chef Thomas Buberl. Seit seiner Ernennung vor zwei Jahren spricht der Deutsche mit Leidenschaft über das Thema – und handelt auch.

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    Mit dem Angriff der Allianz dürfte der Wettlauf um die digitale Vorherrschaft in den kommenden Jahren noch weiter an Fahrt aufnehmen. 2,3 Milliarden Dollar haben die Versicherer weltweit im vergangenen Jahr in Insurtechs investiert. Das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Experten von Willis Towers Watson errechnet haben.

    „Die etablierten Player senden eine klare Botschaft aus: Durch hohe Investitionen wollen sie die Kontrolle über die technologische Entwicklung behalten“, wertet Carsten Hoffmann, der Digitalisierungsexperte des Hauses, diese Entwicklung.

    Das ist auch der Grund, warum sich Nazim Cetin für die Beteiligung an N26 entschieden hat. Der 41-Jährige ist seit November vergangenen Jahres der alleinige Vorstandschef von Allianz X, der Wagniskapitaleinheit des Versicherers. Seither hat er nicht nur deren Strategie komplett verändert.

    Statt junge Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase mit aufzubauen, investiert die Einheit nur noch in Gesellschaften, die bereits ein funktionierendes Geschäftsmodell bewiesen haben. Und die damit eine strategische Bedeutung für das Kerngeschäft der Allianz haben. Egal, ob sie aus den Bereichen Mobilität, Immobilien, Gesundheit, Altersvorsorge oder Datensicherheit kommen.

    Hohe Investitionen geplant

    Einen Topf von 430 Millionen Euro hatte Cetin dafür bisher zur Verfügung, mehr als die Hälfte davon hat er seither ausgegeben. Vier Gesellschaften waren es inklusive N26 als des bekanntesten Namens bis vor Kurzen, als fünfte kam nach Ostern die südostasiatische mobile Plattform GO-JEK hinzu. 35 Millionen Dollar flossen aus München dorthin.

    „Gerade sind wir in Zusammenarbeit mit dem Konzern dabei, die Mittel aufzustocken“, erzählt Cetin im Gespräch mit dem Handelsblatt. Einige Hundert Millionen Euro dürften demnächst mehr für Investitionen zur Verfügung stehen, heißt es aus Unternehmenskreisen.

    Mit Vorstandschef Bäte weiß Cetin den einflussreichsten Mitstreiter des Hauses in Sachen Digitalisierung an seiner Seite. „Auf diesem Gebiet werden wir uns stark weiterentwickeln“, bekräftigte der Vorstandschef gerade noch einmal unmissverständlich die Strategie, die er bereits seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren verfolgt.

    Kunden sollen schnell die Möglichkeiten spüren
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