Krankenversicherung: Was sind die besten Beihilfetarife für Beamte?
Köln. Beamte nehmen im Gesundheitssystem eine Sonderrolle ein: Bund und Länder zahlen im Rahmen der Beihilfe in der Regel 50 Prozent der Krankheitskosten – im Ruhestand sind es sogar 70 Prozent.
Für den verbleibenden Anteil benötigen Beamte eine private Krankenversicherung (PKV). Die privaten Krankenversicherer haben dafür spezielle Beihilfetarife entwickelt. Diese sind deutlich günstiger als die private Krankenvollversicherung, denn der Staat trägt bereits einen erheblichen Teil der Kosten.
Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat die Beihilfeangebote privater Krankenversicherer analysiert. Im Fokus steht, wie gut die Tarife bestehende Versorgungslücken schließen.
„Der Begriff Beihilfetarife hat sich eingebürgert, ist aber eigentlich nicht korrekt. Denn diese Tarife übernehmen gerade den Anteil, der von der Beihilfe nicht gedeckt ist“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg.
Tatsächlich entstehen auf der Beihilfeseite immer wieder Lücken. So erstattet sie bei Material- und Laborkosten für Zahnbehandlungen oft nur 40 Prozent.
„Genau solch eine Lücke schließt ein zusätzlicher Beihilfeergänzungstarif. Weitere Tarifbausteine kommen zudem für Wahlleistungen im Bereich der stationären Beihilfe infrage“, sagt Franke. Insgesamt kann eine private Krankenversicherung für Beamte aus zehn oder mehr Bausteinen bestehen.
Das macht den Markt unübersichtlich: Rund 13.000 Tarifkombinationen sind möglich. Für das Handelsblatt hat Franke und Bornberg die Angebote für eine 30-jährige Beamtin beziehungsweise einen 30-jährigen Beamten analysiert, basierend auf den Beihilferegelungen des Bundes.
Neun Tarife erhielten die Gesamtnote „sehr gut“. Die monatlichen Prämien liegen im Musterfall zwischen 303,02 und 401,86 Euro. Auffällig: Nur vier Tarife erreichten die Höchstbewertung FFF+. Dafür müssen 45 Mindeststandards erfüllt werden.
Bausteine nach Bedarf kombinieren
Besonders gut schnitt die Deutsche Ring Krankenversicherung, eine Marke der Signal Iduna, mit einer Kombination aus acht Tarifbausteinen ab. Dabei handelt es sich um den günstigsten Tarif unter den Topprodukten.
„Der Tarif BK bildet dabei die Basisversorgung. Mit Hinzunahme des Tarifs BS werden bei einem Krankenhausaufenthalt die Unterbringung im Zweibettzimmer und privatärztliche Behandlung abgesichert“, sagt Cathrin Sikor, Bereichsleiterin KV-Produktmanagement bei der Signal Iduna Gruppe.
Mit dem Tarif BE ist eine Spitzenversorgung möglich. Dadurch entfällt zum Beispiel die Begrenzung auf die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und für Zahnärzte (GOZ). „Der Tarif BE+ schützt darüber hinaus vor weiteren Zuzahlungen und kann ebenfalls hinzugenommen werden“, sagt Sikor.
Wer als Beamter einen passenden Beihilfetarif sucht, sollte sich individuell beraten lassen. Spezialisierte Versicherungsmakler und Honorarberater unterstützen dabei, geeignete Tarifkombinationen auszuwählen und Versorgungslücken gezielt zu schließen.
Erstpublikation: 15.05.2025, 14:23 Uhr.