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Munich RePreise für Rückversicherungsschutz sinken – Aktie bricht ein

Der weltgrößte Rückversicherer bekräftigt sein Gewinnziel für das Gesamtjahr 2025. Beim Versicherungsumsatz wird der Münchener Dax-Konzern aber vorsichtiger.Susanne Schier 08.08.2025 - 10:13 Uhr Artikel anhören
Munich Re: Der Rückversicherer musste im Juli weitere Preisrückgänge hinnehmen. Foto: Reuters

Frankfurt. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat bei den jüngsten Vertragsverhandlungen weitere Preisrückgänge hinnehmen müssen. Bei der Erneuerungsrunde mit den Erstversicherern im Juli sanken die Preise um 2,5 Prozent, und das erneuerte Geschäftsvolumen ging um 3,2 Prozent zurück. Das teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. Auch wegen der aktuellen Dollarschwäche wird das Unternehmen bei seiner Prognose für den Versicherungsumsatz vorsichtiger.

Die Ankündigungen enttäuschten die Börsen. Die Munich Re-Aktie lag im frühen Handel zeitweise mehr als 8,5 Prozent im Minus. „Insgesamt deuten die Aussagen zu den Einnahmen und den Ergebnissen der Vertragsverlängerungen auf stärkeren Gegenwind im Rückversicherungsgeschäft hin als erwartet, was den Aktienkurs belasten dürfte“, sagte UBS-Analyst Will Hardcastle.

Die Prämienentwicklung in der Rückversicherung untermauert einen Trend, der sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat. Während die Rückversicherer in den vergangenen Jahren stets kräftige Preissteigerungen bei ihren Kunden durchsetzten und hierbei mit gestiegenen Schäden sowie hoher Inflation argumentierten, gehen die Prämien für Rückversicherungsschutz seit einiger Zeit wieder zurück.

Bei den Verhandlungen zum 1. Juli ging es bei Munich Re vordergründig um Geschäfte in Nord- und Südamerika, Australien sowie mit globalen Kunden. Die Vertragsbedingungen seien stabil geblieben, teilte Munich Re mit. Die teilweise gestiegenen Schadeneinschätzungen hätten preislich größtenteils kompensiert werden können.

Über die drei wichtigsten Erneuerungstermine im Jahr 2025 habe der Rückversicherer einen Preisrückgang von insgesamt 1,2 Prozent verzeichnet. „Wir befinden uns weiterhin in einem attraktiven Marktumfeld“, sagte Vorstandschef Joachim Wenning.

Dieses gelte es weiter mit großer Disziplin zu nutzen. Wenning selbst wird Ende des Jahres in den Ruhestand gehen, wie Munich Re vor Kurzem mitgeteilt hatte. Sein Nachfolger wird der heutige Finanzvorstand Christoph Jurecka.

Munich Re: Dollarschwäche wirkt sich auf Umsatz aus

Zugleich bestätigte Munich Re die bereits im Juli verkündeten vorläufigen Quartalszahlen. Der Nettogewinn lag im zweiten Quartal bei etwa 2,1 Milliarden Euro und damit 30 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Damit hält Munich Re an der Prognose fest, im Gesamtjahr einen Gewinn von sechs Milliarden Euro zu erzielen.

Das Quartalsergebnis habe sich auf alle Geschäftsbereiche gestützt, betonte Wenning: „So konnten wir auch die Belastung durch Währungsverluste infolge der Schwäche des US-Dollars abfedern.“ Munich Re verfügt in verschiedenen Segmenten über ein starkes Geschäft in den USA. Erst kürzlich hat die Düsseldorfer Erstversicherungstochter Ergo den US-Digitalversicherer Next übernommen.

Vorstandschef Joachim Wenning: Der schwache US-Dollar bereitet Probleme. Foto: dpa

Wegen der Abwertung des Dollars lag der Versicherungsumsatz im zweiten Quartal mit etwa 14,8 Milliarden Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Deshalb rechnet Munich Re im Gesamtjahr in der Rückversicherung nur noch mit einem Versicherungsumsatz von 40 Milliarden Euro, zwei Milliarden weniger als bisher geplant. Die Prognose für den Versicherungsumsatz der Gruppe reduziert sich dadurch von 64 Milliarden auf 62 Milliarden Euro.

Zum dennoch starken Konzernergebnis im zweiten Quartal trug die Rückversicherung insgesamt 1,8 Milliarden Euro bei. In der Schaden- und Unfallrückversicherung profitierte Munich Re davon, dass es zwischen April und Juni kaum zu Belastungen aus Naturkatastrophen kam. Im ersten Quartal hatten die verheerenden Waldbrände in Kalifornien das Ergebnis noch nach unten gedrückt.

Zugleich konnte Munich Re im zweiten Quartal Rückstellungen für Schäden aus den vergangenen Jahren auflösen, da die tatsächliche Belastung aus diesen Schäden niedriger ausfiel. Das Ergebnis des Segments stieg dadurch auf knapp 1,2 Milliarden Euro.

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Joachim Wenning hört als CEO auf – Nachfolger wird der CFO

Auch im Geschäftsfeld Global Specialty Insurance lagen die Großschäden deutlich unterhalb der Erwartungen. Das Segmentergebnis lag mit 296 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr. Die Leben-Rückversicherung war hingegen von einzelnen Großschäden belastet. Das Segmentergebnis sank daher von 514 Millionen Euro auf 344 Millionen Euro.

Die Tochtergesellschaft Ergo erzielte ein Ergebnis von 251 Millionen Euro, nach 262 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis von Ergo entwickelte sich insgesamt positiv, auch die Schaden-Kosten-Quoten verbesserten sich.

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In der Kapitalanlage profitierte Munich Re von steigenden Kursen an den Aktienmärkten. Wegen der Dollarschwäche kam es allerdings zu Verlusten bei Private-Equity-Anlagen. Zudem hat der Rückversicherer erneut Verluste aus dem Verkauf von niedrig verzinsten Anleihen realisiert. Insgesamt stieg das Kapitalanlageergebnis kräftig auf nun 2,2 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr lag die annualisierte Eigenkapitalrendite bei 19,7 Prozent und damit deutlich über dem Ziel von 14 bis 16 Prozent. Laut Vorstandschef Wenning wird Munich Re das Ziel im Rahmen der neuen Fünfjahresstrategie, die der Konzern im Dezember vorstellen wird, überarbeiten. „Für die Zukunft erwarten wir weiteres Ergebniswachstum“, betonte er. Weitere Details zum künftigen Strategieplan wollte auch sein designierter Nachfolger Jurecka nicht nennen.

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