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Versicherer Aufsichtsbehörden streiten sich um Dividendenausschüttung

Allianz und Munich Re gelten bei Anlegern als Dividendenkönige. Das wollten europäische Aufseher wegen Corona verhindern. Die Bafin hat jedoch die Erlaubnis erteilt.
03.04.2020 - 21:47 Uhr Kommentieren
Der Versicherer zahlt seinen Aktionären fast zehn Euro pro Aktie aus. Quelle: dpa
Munich Re

Der Versicherer zahlt seinen Aktionären fast zehn Euro pro Aktie aus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Normalfall geht so: Bei der Hauptversammlung kritisieren Aktionäre die Ausschüttungspolitik einer Aktiengesellschaft. Die Dividende sei zu gering, angesichts hoher Gewinne müsse dringend mehr ausbezahlt werden.

Bei den beiden Münchener Versicherern Allianz und Munich Re gibt es solche Diskussionen eher selten. Beide zählen seit Jahren zu den Dividendenkönigen, Renditen vom mehr als vier Prozent sind in Zeiten magerer Zinsen für viele Aktionäre ein wesentliches Argument für den Kauf dieser Titel.

Auch bei den in wenigen Wochen anberaumten Aktionärstreffen beider Gesellschaften stehen hohe Dividendenzahlungen zur Abstimmung. Bei der Allianz sollen es 9,60 Euro je Aktie sein, bei der Munich Re gar 9,80 Euro. Im vergangenen Jahr wurde schließlich noch üppig verdient.

Angesichts der jüngsten Kursverluste beider Titel ergeben sich so beinahe traumhafte Dividendenrenditen. Bei der Allianz sind es im Verhältnis zum Schlusskurs vom Freitag bei 149,32 Euro beinahe 6,5 Prozent, bei der Munich Re kommen ebenfalls außergewöhnliche 5,7 Prozent heraus, legt man dort den Schlusskurs von 171 Euro zugrunde.

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    Aktiengesellschaft und Aktionäre wären sich somit einig wie selten, hätte nicht am Donnerstagabend die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA mit der Empfehlung überrascht, Dividenden angesichts der erwarteten hohen Belastungen durch die Coronakrise auszusetzen. Auch Aufseher aus anderen europäischen Ländern schlossen sich dem an.

    Bafin widerspricht EIOPA

    Einziger Knackpunkt dabei: Die EIOPA ist als europäische Aufsicht gar nicht für solche Fragen zuständig, das ist die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Dort machte man relativ schnell deutlich, dass man die Sache ganz anders sieht. Deren Exekutivdirektor Frank Grund sagte, ob eine Dividende gezahlt werde und wie hoch sie ausfallen könne, das müsse jeder Versicherer für sich selbst betrachten.

    Dabei müssten allerdings auch Risiken infolge der Corona-Pandemie berücksichtigt werden. „Wir stehen in engem Dialog mit den Unternehmen und erwarten eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen“, so Grund.

    Allerdings hätten die großen Versicherer hierzulande Kapitalpolster und investierten auch sonst eher wenig in Aktien. Deren Kurssturz zuletzt hat sie somit nicht besonders betroffen.

    Folglich kam es am heutigen Freitag zu der grotesken Situation, dass die Versicherer den Kontakt zu den Bonner Aufsehern suchten, um ihnen die Gründe für ihre hohen Ausschüttungen darzulegen. Man habe die hohe Risikotragfähigkeit auch bei externen Schäden darlegen können, hieß es am Abend bei der Munich Re. Danach habe die Bafin auch keine Bedenken mehr gegen die Dividendenzahlung gehabt. Auch die Allianz und die Talanx aus Hannover konnten die Aufseher überzeugen.

    Auf direktes Lob ihrer Aktionäre dürfen die Versicherer allerdings nicht hoffen. Zumindest bei den beiden Münchener Versicherern Allianz und Munich Re zeichnet sich ab, dass es in diesem Jahr wegen der Coronakrise erstmals eine virtuelle Hauptversammlung geben wird.

    Statt im Münchener Kongresszentrum mit über 3000 Aktionären wie im vergangenen Jahr würde die Munich Re dann am 29. April aus einem Konferenzsaal in der Zentrale eine virtuelle Versammlung abhalten. Ähnlich wäre es am 6. Mai bei der Allianz, sie hätte ansonsten in die Münchener Olympiahalle geladen.

    Gelöst wäre so auch das Problem einer möglicherweise verzögerten Auszahlung der Dividende. Denn würde es zu einer Verschiebung der Hauptversammlung auf einen späteren Termin kommen, müssten auch die Anleger warten. Gerade Großinvestoren haben die üppigen Auszahlungen jedoch bereits fest eingeplant.

    Mehr: Was Anleger über die Online-HV wissen sollten, lesen Sie hier.

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