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VersichererMünchner Rück sieht große Unsicherheit und hohe Schadeninflation

Der weltweite Rückversicherungsmarkt wird in den kommenden drei Jahren inflationsbereinigt um bis zu drei Prozent wachsen. Schäden aus Naturkatastrophen und Klimawandel werden zunehmend versichert. 08.09.2024 - 14:24 Uhr Artikel anhören
Der weltgrößte Rückversicherer hält an seiner Gewinnerwartung auf Jahressicht fest. Foto: Handelsblatt

Monte Carlo. Die Münchener Rück sieht im Marktumfeld der Branche derzeit Chancen und Risiken. Nach deutlichen Zuwächsen in den vergangenen Jahren dürfte der weltweite Rückversicherungsmarkt in den kommenden drei Jahren inflationsbereinigt um zwei bis drei Prozent wachsen und damit fast gleichauf mit dem Erstversicherungssektor, erklärte der weltgrößte Rückversicherer am Sonntag anlässlich des traditionellen Branchentreffens in Monte Carlo.

Etwas stärker könnte das Wachstum in Asien-Pazifik und Lateinamerika ausfallen, in Europa und Nordamerika etwas schwächer. „Der Rückversicherungsmarkt ist derzeit in einem vernünftigen Gleichgewicht“, sagte Vorstand Thomas Blunck. Aber die Unsicherheiten seien groß. „Die Schadeninflation in manchen Segmenten ist weiter hoch, die Abwärtsrisiken für die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind erheblich.“

Die Teuerung in den entwickelten Volkswirtschaften sei rückläufig, dürfte aber in den kommenden Jahren höher bleiben als im vorigen Jahrzehnt, erklärte die Münchner Rück. Die sogenannte Schadeninflation sei aber in vielen Bereichen deutlich höher. Getrieben werde sie von konjunkturunabhängigen Faktoren. Beispiele seien steigende Schadenersatz-Urteile insbesondere in den USA, kostentreibende medizinische Fortschritte, anziehende Pflegekosten und die Knappheit von Baumaterial und Fachkräften – „wodurch die Schadenkosten signifikant steigen“.

Cyber-Versicherungsmarkt immer bedeutender

„Angemessene Erträge sind wichtig für den Rückversicherungssektor, der in vier der vergangenen sieben Jahre die Kapitalkosten nicht verdienen konnte“, betonte Blunck. Ein gutes Jahr reicht nicht. „Wir müssen dauerhaft risikoadäquate Raten erzielen können, da bei zunehmenden Schwankungen und Risiken der Bedarf an Risikokapital wachse.

Bei Naturkatastrophen und Klimawandel zeigten Daten der Münchner Rück einen steigenden Trend bei den versicherten Schäden. Insgesamt liegen demnach die weltweit versicherten Jahresschäden durch Naturkatastrophen mittlerweile häufig über der Schwelle von 100 Milliarden Dollar.

Der weltweite Cyber-Versicherungsmarkt gewinnt dem Konzern zufolge weiter an Bedeutung und wird deutlich wachsen. Die Münchner Rück plane auch in den kommenden Jahren, bei angemessenen Preisen und Bedingungen signifikant Kapazitäten bereitzustellen. „Wir werden dabei strikt bei der Strategie bleiben, nicht versicherbare systemische Risiken wie zum Beispiel Cyber War nicht zu decken“, bekräftigte der Branchenprimus.

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Die Münchner Rück hatte vor kurzem mitgeteilt, sie sei trotz zunehmender Großschäden auf bestem Weg, in diesem Jahr mehr als die angepeilten fünf Milliarden Euro Gewinn zu erwirtschaften.

rtr
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