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Versicherer R+V-Versicherung erwartet Belastungen durch Corona

Die Schäden und Insolvenzen von kleinen Betrieben in der Coronakrise werden sich auch bei der R+V niederschlagen. Der Versicherer hofft auf Unterstützung durch den Staat.
30.03.2020 Update: 30.03.2020 - 13:41 Uhr Kommentieren
Versicherer stehen wegen der Corona-Pandemie unter Druck. Quelle: dpa
Die R+V Versicherung

Versicherer stehen wegen der Corona-Pandemie unter Druck.

(Foto: dpa)

München Die Coronakrise führt auch beim Versicherer R+V zu erheblichen Konsequenzen. Für das laufende Jahr wird der Versicherer aus dem genossenschaftlichen Sektor deshalb keine Aussage zur wirtschaftlichen Entwicklung geben. „Schauen Sie sich die Zahlen für das abgelaufene Jahr noch einmal genau an. Ich befürchte, im kommenden Jahr werden einige davon ganz anders aussehen“, sagte Vorstandschef Norbert Rollinger bei der Vorstellung der Bilanz für das abgelaufene Jahr.

Mitten in die Präsentation platzte die Nachricht, dass die Wirtschaftsweisen in diesem Jahr in Deutschland wegen der Coronakrise mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,4 Prozent rechnen.

Bei der R+V erwartet das Management ebenfalls spürbare Konsequenzen. Bei einer längeren wirtschaftlichen Eintrübung könne es zu einem Wegfall versicherter Risiken, zu beendeten Policen und zu einer größeren Anzahl an freigestellten Verträgen kommen, heißt es von dort.

Schon jetzt bietet der Versicherer mit Sitz in Wiesbaden seinen Kunden entsprechende Varianten an, um so auf deren veränderte Situation in deren privaten und im unternehmerischen Umfeld zu reagieren. So können Kunden aus der privaten Krankenversicherung in einen Tarif mit einem geringeren Leistungsumfang oder einem höheren Selbstbehalt wechseln. Bei Firmenkunden wird beispielsweise die jährliche Gewinnbeteiligung, die bei geringen Schäden gezahlt wird, vorgezogen.

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    Speziell im Unternehmensbereich rechnet der Versicherer allerdings mit deutlichen Einbußen. Bei vielen Firmen hingen beispielsweise die Versicherungsbeiträge vom Umsatz ab. „Hier wird es Rückgänge geben“, ist sich R+V-Chef Rollinger sicher.

    Dennoch soll es auch in Zukunft keine generellen Einschränkungen bei Warenkredit- und Kautionsversicherungen geben. Alle Produktlinien und deren Leistungen stünden weiterhin zur Verfügung.

    Der Bund als möglicher Rückversicherer

    Der R+V-Chef machte jedoch auch deutlich, dass er wegen der erwarteten steigenden Zahl an Insolvenzen in Deutschland gerade in diesem Bereich mit deutlichen Belastungen rechnet. Man sei deshalb bereits mit dem Bund als möglicher Rückversicherer über eine Lösung in Verhandlungen, sagte das zuständige Vorstandmitglied Edgar Martin am Montag. Weitere Gespräche soll es am Nachmittag geben.

    Vor allem Händler haben derzeit das Problem, dass sie wegen der mindestens noch bis zum 19. April geschlossenen Läden keinen Umsatz erzielen, die bei ihren Lieferanten georderte Ware jedoch bezahlen müssen. Die Liquiditätsreserven vieler Einzelhändler gehen deswegen allmählich zur Neige, mancherorts sind sie schon jetzt kaum mehr vorhanden.

    Mit Kreditversicherungen werden deshalb Warenlieferungen abgesichert. Kann der Empfänger nicht mehr zahlen, muss die Versicherung den Schaden übernehmen. In Zeiten vor der Coronakrise war das für die Assekuranzen ein Geschäft mit überschaubaren Schadenquoten. In Zukunft dürften die Belastungen hier sehr viel größer werden.

    Das gilt auch für den Ausfall von Großveranstaltungen. Hier stellt die Verschiebung der alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele in Oberammergau im Moment den bisher größten Schaden für die R+V dar. Allerdings steht jetzt bereits fest, dass im weiteren Jahresverlauf weitere Großereignisse wie Festivals, Messen oder Events hinzukommen werden. Bei der R+V rechnen bis zum Ende der Saison im Oktober mit Belastungen im unteren zweistelligen Millionenbereich.

    Die wesentlichen Bilanzkennzahlen für das abgelaufene Jahr dürften nach jetzigem Stand für den genossenschaftlichen Versicherer lange Zeit vorerst weit entfernt sein. Da schaffte der Konzern bei den gebuchten Beiträgen ein Plus von 8,4 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro.

    Der Vorsteuergewinn hatte sich da auf 1,0 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Vor allem das hohe Kapitalanlageergebnis von 6,2 Milliarden Euro war dafür verantwortlich. Auch das dürfte nach den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten in diesem Jahr sehr viel geringer ausfallen.

    Mehr: Ein Anwalt lehnt sich gegen Versicherer von Gaststätten auf, die nicht zahlen wollen.

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