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VersicherungenUBS-Chef Kelleher warnt vor Risiken im US-Versicherungssektor

Der Boom bei privaten Schuldtiteln in der US-Versicherungsbranche alarmiert Aufseher und Banker. UBS-Chef Colm Kelleher sieht Parallelen zur Zeit vor der Finanzkrise. 04.11.2025 - 07:59 Uhr Artikel anhören
Colm Kelleher: Der UBS-Chef blickt mit Sorge auf den US-Versicherungsmarkt. Foto: Bloomberg

Hongkong. UBS-Verwaltungsratschef Colm Kelleher hat vor wachsenden Gefahren im US-Versicherungssektor gewarnt. Auf dem „Global Financial Leaders’ Investment Summit“ der Finanzaufsicht in Hongkong kritisierte er am Dienstag die schwachen Vorschriften inmitten eines „beispiellosen Booms“ bei privaten Finanzierungen.

Besonders kritisch äußerte sich Kelleher über Entwicklungen bei den Ratingagenturen: „Wir beobachten derzeit eine enorme Arbitrage der Ratingagenturen im Versicherungsgeschäft“, sagte er. Dem UBS-Chef zufolge wachse die Zahl kleiner Ratingagenturen, die gegen Bezahlung die Regelkonformität von Investitionen bestätigen. Dieses Vorgehen berge seiner Meinung nach ähnliche Risiken wie vor der Finanzkrise 2007, als mangelhafte Bewertungen riskanter Produkte das Vertrauen in die Finanzmärkte erschütterten.

Nach Angaben des Analysehauses Creditsights haben US-Lebensversicherer ihre Investitionen in private Schuldtitel in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. 2024 machten diese bereits rund ein Drittel der Vermögenswerte von 5,6 Billionen Dollar aus – vor zehn Jahren waren es noch 22 Prozent. Das rasante Wachstum alarmiert Aufsichtsbehörden weltweit, die mögliche Ansteckungseffekte für das Bankensystem befürchten.

Denn private Schuldtitel sind schwer zu bewerten und kaum reguliert. Kommt es zu Ausfällen, könnten mehrere große Versicherer gleichzeitig in Schwierigkeiten geraten. Das birgt die Gefahr, dass sich Schieflagen im Versicherungssektor auf das gesamte Finanzsystem ausweiten.

Insolvenzen von Unternehmen wie dem Subprime-Autokreditgeber Tricolor Holdings oder dem Autoteilehersteller First Brands Group machen die Märkte nervös. JPMorgan-Chef Jamie Dimon sprach in diesem Zusammenhang von weiteren „Kakerlaken“ im Finanzsystem.

Kritik am Finanzplatz Schweiz

Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hatte zuletzt vor den Folgen der zunehmenden Nutzung kleiner Ratingagenturen durch Versicherer gewarnt. Diese seien kommerziellen Anreizen ausgesetzt, günstigere Bewertungen zu vergeben, was zu einer „überhöhten Einschätzung der Kreditwürdigkeit“ führen könne.

Darüber hinaus kritisierte der UBS-Chef den Zustand des Schweizer Finanzplatzes. Die Schweiz habe „eine kleine Identitätskrise“ und verliere im globalen Vermögensmanagement an Bedeutung gegenüber Hongkong und Singapur, sagte er. Beide asiatischen Zentren seien für internationale Vermögensverwalter zunehmend attraktiv. Laut Bloomberg Intelligence könnte Hongkong bereits in diesem Jahr die Schweiz als weltweit größtes grenzüberschreitendes Vermögenszentrum überholen.

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Die UBS arbeitet derzeit an der Integration der im Frühjahr 2023 übernommenen Credit Suisse. Gleichzeitig versucht die Bank, geplante strengere Kapitalregeln in der Schweiz abzumildern, die zusätzliche Anforderungen von bis zu 26 Milliarden Dollar mit sich bringen könnten.

Bloo, bay
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