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Zurich Insurance GroupVersicherer Zurich setzt mit neuer Sparte stärker auf Digital

Die neue Sparte soll vom bisherigen Chef der Region Asien-Pazifik, Jack Howell, geleitet werden. Zudem stehen weitere Personalveränderungen an. 02.09.2020 - 12:03 Uhr aktualisiert

Mit der Transaktion würde der Versicherer den Bereich Schaden- und Unfallversicherung im wichtigsten Markt Nordamerika stärken.

Foto: Reuters

Zürich. Die Zurich Insurance Group setzt wegen der immer größeren Bedeutung digitaler Dienstleistungen stärker auf neue Technologien. Europas fünftgrößter Versicherungskonzern schafft dafür eine neue Sparte und wirbt vom chinesischen Internet-Versicherungsriesen Pin An dessen Technologiechef Ericson Chan ab. „Im Zuge der sich weltweit wandelnden Lebensgewohnheiten wünschen sich die Konsumenten heute personalisierte, bequeme und transparente Interaktionen“, erklärte Zurich-Chef Mario Greco. „Abgesehen von den jüngeren Generationen, die schon länger die Annehmlichkeiten von online verfügbaren Dienstleistungen schätzen, hat die Nachfrage in den letzten Monaten auch über unsere gesamte Kundenbasis hinweg deutlich zugenommen.“

Auch in der Versicherungsbranche, die nicht unbedingt für ihre Innovationsfreude bekannt ist, unterliegt der Kontakt mit den Kunden einem radikalen Wandel und es droht Konkurrenz durch Internet-Versicherungen. Mit den etablierten Vertriebskanälen sind vor allem die jüngeren Generationen, die mit Facebook, Snapchat und Co. aufgewachsen sind, kaum noch zu erreichen. Und die oft komplex und erklärungsbedürftigen Policen eignen sich nicht für digitale Plattformen, die einfache, standardisierte und transparente Lösungen erfordern. Dem Versicherungs-Start-up Lemonade gelang im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der New Yorker Börse. Das 2016 gegründeten Unternehmen, das nach eigenen Angaben den gesamten Versicherungsprozess digitalisiert hat, gilt als einer der vielversprechendsten „Insurtechs“.

Die Digital-Ambitionen von Zurich führen zu einer Rochade im Top-Management des Konzerns. Die neue, auf digitale Dienstleistungen spezialisierte Einheit namens Global Business Platforms wird vom bisherigen Chef der Region Asien-Pazifik, Jack Howell, geleitet. Kathleen Savio, CEO der Region Nordamerika, wechselt in die neue Rolle des Group Chief Transformation Officer.

Verstärkt wird die Geschäftsleitung durch Chan, den Chef von Ping An Technology, dem Technologiearm des chinesischen Internet-Versicherers. Er übernimmt ab Oktober den Posten des Group Chief Information and Digital Officer und wird künftig die gesamte Informationstechnologie von Zurich verantworten. Chan hat nach Zurich-Angaben bei Ping An eine Reihe von Finanzprodukten und -plattformen erfolgreich etabliert.

Das Nordamerika-Geschäft wird künftig der bisherige Chief Operating Officer (COO) Kristof Terryn leiten, neuer Asien-Pazifik-Chef wird Tulsi Naidu.

rtr
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