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+++ Newsblog +++ Wie Christine Lagarde die Beschlüsse der EZB-Ratssitzung erklärt

Die Erwartungen an die EZB-Währungshüter waren angesichts der zweiten Welle der Corona-Pandemie hoch gesteckt. Die Pressekonferenz mit Christine Lagarde im Newsblog.
29.10.2020 Update: 29.10.2020 - 16:02 Uhr Kommentieren
  • Die EZB belässt den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent und den Einlagenzinssatz bei minus 0,5 Prozent.

  • Die Notenbank macht aber deutlich, dass sie im Dezember ihre Geldpolitik noch einmal lockern wird.

  • Angesichts schwächerer Wachstumsaussichten und sehr niedriger Inflation war mit einem solchen Signal gerechnet worden.
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Jan Mallien
Fazit der heutigen Entscheidungen: Die wichtigste Botschaft gab es schon mit dem Statement um 13.45 Uhr. Die EZB wird im Dezember noch einmal ein größeres Lockerungspaket vorlegen, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten nicht dramatisch verbessern. 

EZB-Präsidentin Lagarde war in der Pressekonferenz sehr darauf bedacht, daran keine Zweifel aufkommen zu lassen. 

Und sie hat sehr betont, dass es unter den Ratsmitgliedern Einigkeit über den Handlungsbedarf gibt. 

Insgesamt ein guter Auftritt ohne Patzer
Hier können Sie sich die Pressekonferenz noch einmal in voller Länge anschauen:
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Anne Wiktorin
Christine Lagarde beendet die Pressekonferenz - und schickt im Namen des gesamten EZB-Rats ihre Genesungswünsche an alle Covid-19-Patienten und ihre Angehörigen.
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Anne Wiktorin
Aktienanleger hören offenbar viel Positives aus Lagardes Antworten auf die Fragen der internationalen Journalisten. Während Lagardes Eingangsstatement erreichte der Dax um 14.42 Uhr sein Tagestief. Seitdem ging es um bis zu 172 Punkte aufwärts, der Dax liegt aktuell 0,6 Prozent im Plus.
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Anne Wiktorin
Für den Euro-Kurs geht es abwärts: Eine Stunde nach Beginn der Pressekonferenz notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1674 Dollar. Das ist ein Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. 
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Jan Mallien

Wir werden uns alle Instrumente angucken. Wir werden sie erhöhen, verlängern, das Volumen angucken, die Laufzeiten, die Attraktivität - all das.

Christine Lagarde über Anpassungen im Dezember

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Jan Mallien
Ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie Lagarde ihrem Vorgänger Mario Draghi immer ähnlicher wird. Sie liest nach einer Frage Teile ihres Eingangssatements erneut vor. "Ich liebe lesen", sagt sie. 
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Anne Wiktorin

Die EZB hat ihre Rhetorik spürbar verschärft. … Vor allem dürfte das Notkaufprogramm um mindestens 500 Milliarden Euro aufgestockt und mindestens bis Ende 2021 verlängert werden, dazu die Bedingungen für langfristige Refinanzierungsgeschäfte verbessert werden.

Alexander Krüger, Chefökonom Bankhaus Lampe


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Jan Mallien
Lagarde: „Wir werden sehr aufmerksam auf die Banken achten und sicherstellen, dass die Finanzierungsbedingungen sehr günstig bleiben.“
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Anne Wiktorin
Sie ergänzt: Wenn es nötig sein sollte, könne sich der EZB-Rat jederzeit auch außerhalb des Terminkalenders treffen.
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Anne Wiktorin
Christine Lagarde beantwortet Fragen der Journalisten. Eine betrifft die Diskussionen im EZB-Rat. Lagarde betont erneut, dass die heutigen Entscheidungen einstimmig getroffen wurden.
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Anne Wiktorin

Es besteht in der Euro-Zone keine Gefahr einer Deflation.

Christine Lagarde

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Jan Mallien
Lagarde betont außerdem, dass der EZB-Rat einstimmig der Meinung ist, dass man im Dezember handeln muss.
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Jan Mallien
Sprich: Im Dezember wird es wahrscheinlich wieder ein größeres Paket aus verschiedenen Maßnahmen geben. Neben höheren Anleihekäufen wäre zum Beispiel möglich, dass die EZB auch die Freibeträge für Banken bei Minuszinsen ausweitet. Auch die Konditionen für Langfristkredite an Banken könnten noch günstiger gestaltet werden.
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Jan Mallien
Lagarde sagt, dass bereits Ausschüsse eingesetzt werden, um ein größeres Paket im Dezember vorzubereiten. Dabei will man sich nicht nur ein einziges Instrument anschauen, sondern die gesamte geldpolitische Palette. 
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Anne Wiktorin
The European Central Bank (ECB) is the central bank of the 19 European Union countries which have adopted the euro. Our main task is to maintain price stability in the euro area and so preserve the purchasing power of the single currency.
European Central Bank
Wer das Eingangsstatement von EZB-Präsidentin Christine Lagarde nachlesen möchte, findet es hier:
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Jan Mallien
Aktuell führt die EZB ihre Anleihekäufe über zwei Programme durch:
1. Das Notprogramm in der Corona-Pandemie mit dem Akronym PEPP beläuft sich auf 1,35 Billionen Euro und ist bis Mitte 2021 befristet. Bei diesem Programm hat die EZB deutlich mehr Flexibilität darüber, welche Anleihen sie kauft.

2. Zudem läuft parallel ein älteres Kaufprogramm - das APP - in Höhe von monatlich 20 Milliarden Euro. Diese Käufe sind zunächst bis Ende des Jahres terminiert. Außerdem kann sie über dieses ältere Programm zusätzliche Käufe in Höhe von 120 Milliarden Euro zeitlich flexibel verteilen. 
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Jan Mallien

Die ersten Kommentare zur Entscheidung laufen ein. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der niederländischen Großbank ING, kommentiert die Entscheidung so: „Die Tür für weitere Schritte im Dezember steht weit offen. Hoffen wir, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert, sodass die EZB früher als geplant durch die Tür eilen muss. Vielleicht wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr MEZ mehr Flair verleihen, aber es könnte durchaus sein, dass die EZB bei ihrer Kommunikation nicht über ihr Statement im voraus hinausgeht.“

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Anne Wiktorin
Deutsche Aktienanleger zeigen sich enttäuscht über die Entscheidungen der Zentralbanker. Der deutsche Aktienleitindex Dax rutscht im Verlauf der Pressekonferenz auf 11.474 Punkte ab - ein Minus von 0,8 Prozent zum Vortagesschluss.
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Anne Wiktorin
Die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde beginnt.
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Jan Mallien
Im etwas verklausulierter Notenbanker-Sprache heißt es: Der EZB-Rat werde im Dezember auf Grundlage der dann veröffentlichten neuen Wachstums- und Inflationsprognosen seine "Instrumente gegebenenfalls neu kalibrieren".
Übersetzt heißt das: Im Dezember wird die Geldpolitik nochmal gelockert. 
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