Geldpolitik: Fed könnte Zinsen auf über zwei Prozent erhöhen, sagt US-Notenbanker
Bullard verwies darauf, dass die Fed ihr Inflationsziel verfehle.
Foto: ReutersWashington. Angesichts der hohen Inflation sollte die US-Notenbank Fed die Zinswende nach Ansicht eines führenden Währungshüters offensiv angehen. Bis Mitte des Jahres sollte der Leitzins um einen vollen Prozentpunkt steigen, sagt der Chef des Fed-Bezirks St. Louis, James Bullard, am Donnerstag dem TV-Sender CNN. Derzeit liegt der Schlüsselsatz noch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent.
Doch das könne nur der Anfang sein, so Bullard weiter. Um die Inflation wirkungsvoll zu bekämpfen, müsse die Notenbank die Zinsen möglicherweise auf bis zu zwei Prozent erhöhen.
Bullard verwies darauf, dass die Fed ihr Inflationsziel verfehle und noch immer Wertpapiere zukaufe: „Das ist der Augenblick, an dem wir zu weniger Konjunkturstimulierung kommen müssen.“
Notenbankchef Jerome Powell hat eine Zinswende für März angedeutet und die Finanzmärkte auf weitere Erhöhungen im Laufe des Jahres vorbereitet. Nach der Veröffentlichung der Protokolle der Januar-Sitzung war die Erwartung eines außergewöhnlich kräftigen Zinsschritts im März von einem halben Prozentpunkt am Terminmarkt zurückgegangen.
Die Fed gerät angesichts der anziehende Teuerung unter Zugzwang, den Kurs zu straffen. Die Verbraucherpreise sind im Januar mit 7,5 Prozent so kräftig gestiegen wie seit rund 40 Jahren nicht mehr.