Geldpolitik: Schweizer Notenbank lässt Leitzins unverändert
Bern. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt ihren Leitsatz zum zweiten mal in Folge unverändert. Der SNB-Leitzins bleibe bei 1,75 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag mit.
Zudem sei die Nationalbank bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu sein, erklärte die SNB. Im Gegensatz zu früher ließ die Notenbank den Hinweis weg, dass eine weitere geldpolitische Straffung nötig werden könnte. „Wenn Sie die Inflationsprognose anschauen, sehen Sie, dass die monetären Bedingungen hier eben angemessen sind, so dass eine Zinssenkung im Moment eigentlich nicht zur Diskussion stand“, sagte Thomas Jordan, Präsident der SNB.
Von Reuters im Vorfeld der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB befragte Ökonomen hatte übereinstimmend einen unveränderten Leitsatz prognostiziert.
Am Donnerstagnachmittag geben die Bank of England (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) ihren weiteren geldpolitischen Kurs bekannt. Es wird erwartet, dass die Währungshüter um Präsidentin Christine Lagarde die Zinsen ebenfalls unverändert lassen.
Maßnahmen gegen Bargeldmangel
Die SNB kündigte am Donnerstag außerdem an, einer möglichen Verschlechterung der Bargeldversorgung entgegenzuwirken. In den vergangenen Jahren seien die Bargeldnutzung, die Anzahl der Geldautomaten und die Akzeptanz im Handel zurückgegangen, wie SNB-Direktoriumsmitglied Martin Schlegel laut Redetext sagte.
Die Notenbank stelle gegenwärtig eine breit aufgebaute Expertengruppe zusammen. Diese solle Herausforderungen in der Bargeldversorgung ausmachen und Lösungsansätze entwickeln. „Es gilt insbesondere den Zugang zu Bargeld zu erhalten, damit in der Folge die Nutzung für Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Akzeptanz von Bargeld durch Unternehmen nicht eingeschränkt werden“, so Schlegel. Die Bargeldversorgung sei eine Kernaufgabe der SNB.