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US-Notenbank Fed stellt Märkte auf lange Zinspause ein

Nach drei Zinssenkungen infolge hält die US-Notenbank die Geldpolitik nun für „angemessen“. Für das Wahlkampfjahr 2020 sind keine Zinsschritte geplant.
12.12.2019 - 01:02 Uhr Kommentieren
Die Fed hat ihre Entscheidung am Mittwoch bekanntgegeben. Quelle: dpa
US-Notenbank Federal Reserve

Die Fed hat ihre Entscheidung am Mittwoch bekanntgegeben.

(Foto: dpa)

New York Es war ein turbulentes Jahr für Jerome Powell. Doch nun habe sich die Lage stabilisiert. „Sowohl die Wirtschaft als auch die Geldpolitik sind in guter Verfassung“, stellte der Chef der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch auf einer Pressekonferenz klar. Die Fed ließ den Leitzins unverändert auf der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Dort soll er, wenn alles nach Plan läuft, auch eine ganze Weile verharren.

Für das kommende Jahr plant der für die Zinsentscheidungen zuständige Offenmarktausschuss keine weiteren Veränderungen, wie aus dem sogenannten „Dot Plot“ hervorgeht, den die Fed am Mittwoch ebenfalls veröffentlichte. Darin geben die Währungshüter unter anderem ihre Prognosen für den Leitzins, die Arbeitslosenquote und das Wirtschaftswachstum für die kommenden drei Jahre ab.

Die Fed beginnt damit eine neue Phase der Stabilität. Vor einem Jahr noch hob sie den Leitzins auf 2,5 Prozent an und hatte eigentlich zwei Zinssteigerungen für 2019 geplant. Doch vor allem die Unsicherheit durch US-Präsident Donald Trumps Handelskrieg sorgten für Unruhe in der Wirtschaft, sodass Powell gleich drei Mal infolge die Zinsen senkte, um den Aufschwung nicht zu gefährden.

Im Wahljahr 2020 will sich die Fed nun mit Zinsschritten zurückhalten. Der Offenmarktausschuss geht davon aus, dass „die Geldpolitik den anhaltenden Aufschwung der Wirtschaft angemessen unterstützt“, sagte Powell und klang damit etwas positiver als noch bei der letzten Sitzung Ende Oktober, als er explizit auf Risiken mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung verwies.

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    Für 2022 sehen die Notenbanker den Leitzins im Mittel bei 2,1 Prozent. Bei der letzten Umfrage im September gingen sie noch von 2,4 Prozent aus.

    Gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wird anhalten

    Die Notenbanker gehen zudem davon aus, dass die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter anhalten wird. Im Durchschnitt erwarten sie, dass die Arbeitslosenquote bis Ende 2020 auf dem derzeitigen Niveau von 3,5 Prozent verharrt, und damit auf dem tiefsten Niveau seit gut 50 Jahren.

    Sorgen bereitet Powell jedoch die anhaltend niedrige Inflationsrate. Die Kerninflation, das bevorzugte Maß der Fed, lag zuletzt bei 1,6 Prozent und damit weiter deutlich unter der avisierten Marke von zwei Prozent. Eigentlich müssten angesichts der Vollbeschäftigung sowohl Löhne als auch Preise deutlich steigen. Doch das geschieht nicht. „Das Verhältnis zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation ist in den vergangenen Jahren immer mehr verblasst“, räumte er ein.

    Zinssteigerungen würde der Fed-Chef künftig nur befürworten, wenn die Inflation deutlich und über einen längeren Zeitraum anziehe. „Die Fed will sich aus den wirtschaftlichen Entwicklungen rund um die US-Präsidentschaftswahl raus halten und legt daher die Latte für künftige Zinsschritte besonders hoch“, erklärte Carl Riccadonna, Chefökonom von Bloomberg Intelligence in einer Analyse.

    Zufrieden zeigte sich Powell auch mit der derzeitigen Lage am Geldmarkt. Im September war es auf dem sogenannten Repo-Markt unerwartet zu Engpässen gekommen. Die Fed musste den Markt immer wieder mit hohen Milliardenbeträgen stützen, um für ausreichend Liquidität zu sorgen.

    Die Notenbanker beschlossen im Oktober schließlich, kurzfristige Staatspapiere in Höhe von monatlich 60 Milliarden Dollar zu kaufen, um weitere Engpässe zu vermeiden. Das soll mindestens bis ins zweite Quartal 2020 fortgeführt werden.

    Änderungen am Repo-Markt möglich

    Am Repo-Markt verkaufen Banken und andere Marktteilnehmer Staatspapiere über Nacht und kaufen sie am nächsten Tag zurück. Damit besorgen sie sich Kurzfristkredite, deren Zins über einen entsprechend höheren Rückkaufpreis abgegolten wird. Dieser Markt ist mit 2,2 Billionen Dollar relativ groß und daher wichtig für die Liquidität des US-Finanzsystems.

    „Der Repo-Markt hat in den vergangenen Monaten gut funktioniert“, betonte Powell. Er stellte die Marktteilnehmer jedoch auf weitere Änderungen ein. Gerade zum Jahresende könnte es erneut zu erhöhtem Geldbedarf kommen, darauf sei die Fed vorbereitet, versicherte er.

    Ob die Fed dauerhaft den Repo-Markt stützen könnte, ließ Powell offen. „Es braucht Zeit, so einen Schritt zu bewerten und die richtigen Parameter aufzustellen“, sagte er. Die Fed führe über den Themenkomplex gerade eine Reihe von Gesprächen, auch mit Banken.

    Jamie Dimon, der Chef von Amerikas größter Bank JP Morgan Chase, hatte bereits im Oktober darauf hingewiesen, dass die Banken mehr Liquidität vorhalten müssen und diese dem Geldmarkt daher nicht bereitstellen können. „Wir schauen uns ein paar Ideen an, um die Situation zu verbessern“, so Powell. „Und wir sind offen für weitere Ideen.“

    Mehr: Die US-Währungshüter drücken bei den Zinsen vorerst auf die Pausentaste. Die Fed signalisiert damit, dass sie stillhalten wolle, solange die Wirtschaft maßvoll wachse.

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