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VerbraucherpreiseInflationswelle noch nicht gebrochen – EZB vor neunter Zinserhöhung in Folge

Das Statistikamt Eurostat bestätigt seine erste Schätzung für die Inflationsrate im Euro-Raum für Juni. Den Wert für die Kernrate korrigiert es leicht nach oben. 19.07.2023 - 13:30 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die EZB hatte auf ihrer Sitzung im Juni die Schlüsselsätze wie zuvor bereits im Mai um einen viertel Prozentpunkt angehoben.

Foto: dpa

Berlin. Vor der nächste Woche anstehenden Zinssitzung der EZB bleibt die Inflation in der Euro-Zone trotz eines spürbaren Rückgangs deutlich erhöht. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Im Mai hatte die Teuerungsrate noch bei 6,1 Prozent gelegen.

Trotz des Rückgangs ist die Inflationswelle noch nicht gebrochen. Die Kernrate, in der unter anderem die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise sowie Alkohol und Tabak ausgeklammert bleiben, stieg im Juni auf 5,5 Prozent von 5,3 Prozent im Mai. In der ersten Schätzung war für Juni nur ein Wert von 5,4 Prozent veranschlagt worden.

Dieser stärkere Anstieg dürfte bei den Währungshütern mit Sorge gesehen werden, gilt doch die Kernrate als wichtige Messgröße für die zugrundeliegenden Inflationstrends. Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert vor diesem Hintergrund auf die nächste Zinserhöhung zu.

Bundesbankchef Joachim Nagel sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), „praktisch alle“ würden für den 27. Juli mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte rechnen: „Die Zinsen werden so hoch steigen und so lange auf diesem Niveau bleiben, wie es nötig ist, damit wir die Inflation wieder auf unsere Zielrate von zwei Prozent bringen.“

Auch in der Führungsetage des Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht man Bedarf für eine weitere Straffung. Damit solle sichergestellt werden, dass die Zielmarke der EZB in Sachen Inflation „rechtzeitig“ erreicht werde. Eine beharrlich hohe Inflation, die auch durch starkes Lohnwachstum befeuert werden könnte, würde aus Sicht des in Washington ansässigen Fonds für eine längere Zeit eine straffe Geldpolitik erfordern.

Bundesbankchef Nagel sieht in der Inflation „ein gieriges Biest“. Deshalb wäre es aus seiner Sicht ein Fehler, zu früh bei der Bekämpfung nachzulassen und die Zinsen vorzeitig wieder zu senken. Anders als in den USA hätten in Europa Lieferengpässe und Energieknappheit eine deutlich größere Rolle gespielt.

Breiter gestreute staatliche Ausgaben trügen ihren Teil dazu bei, dass Preise steigen würden. Schließlich erhöhten sie die Nachfrage. Die EZB hatte auf ihrer Sitzung im Juni die Schlüsselsätze wie zuvor bereits im Mai um einen viertel Prozentpunkt angehoben. Es war seit Sommer 2022 bereits die achte Zinserhöhung in Folge. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz liegt bei 3,50 Prozent – das höchste Niveau seit 22 Jahren.

rtr
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