Wall Street: Anleihe-Investoren fürchten bleibende Schäden
Denver. Nach den Verwerfungen der vergangenen Wochen ist auf dem wichtigen Markt für US-Staatsanleihen (Treasuries) wieder etwas Normalität eingekehrt. Es ist eine trügerische Normalität.
Die gute Nachricht: „Treasuries mit geringeren Laufzeiten haben durchaus wieder Eigenschaften eines sicheren Hafens“, sagt Bill Campbell, Portfolio-Manager beim renommierten Anleihe-Investor Double Line Capital im Gespräch mit dem Handelsblatt. Anleger kaufen seiner Beobachtung nach also durchaus wieder Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren, wenn sie vor allem einen sicheren Aufbewahrungsort für ihr Kapital suchen.
Das ist ein wichtiges Signal für Investoren weltweit. Anfang April, nachdem US-Präsident Donald Trump ungewöhnlich hohe Zölle für wichtige Handelspartner verhängt hatte, funktionierten die amerikanischen Anleihemärkte zeitweise nicht so wie üblich.
Aktien, Anleihen und der Dollar sanken gleichzeitig, was für den Kapitalmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt extrem ungewöhnlich ist. „Das ist eine Kombination, die man eher mit Volkswirtschaften in Schwellenländern in Verbindung bringt“, mahnen Marc Seidner und Pramol Dhawan, Anleiheexperten vom US-Fondsanbieter Pimco in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse.