Evergrande und Country Garden: Chinas Immobilienriesen ringen um Kontrolle
Unvollendete Bauprojekte sind das größte Problem von Country Garden. Der Bauträger ist in finanzieller Schieflage – und löst neue Konjunktursorgen aus.
Foto: ReutersDüsseldorf. Eigentlich ist Yang Guoqiang im Ruhestand. Doch in diesen Tagen muss der Firmenpatriarch noch mal ran. Der Gründer von Country Garden bangt um sein Lebenswerk. Der große chinesische Bauträger mit rund 70.000 Mitarbeitern und Projekten im In- und Ausland ist in Schieflage geraten. Zahlungsausfälle und rund 180 Milliarden Euro Schulden streuen Zweifel, ob das Unternehmen überleben wird. Es fehlt an Vertrauen und Geld.
Für mehr Vertrauen ließ sich der zuletzt öffentlichkeitsscheue Yang in der vergangenen Woche auf einer der zahlreichen Baustellen des Unternehmens blicken, im südchinesischen Foshan, wo auch die Zentrale liegt. Wegen der Löcher in der Kasse greift die Familie nun einem Bericht zufolge tief in die eigene Tasche, womöglich auf politischen Druck.
Die Gründerfamilie von Country Garden gewährt demnach ein zinsloses Darlehen über 300 Millionen Dollar. Das berichtet die chinesische Zeitung „The Paper“. Offenbar hat der Patriarch auch einen seiner Privatjets veräußert, ein weiterer stehe zum Verkauf, heißt es. Das Geld soll helfen, die Milliardenbeträge zu stemmen, die in den kommenden Monaten fällig werden. Eine Anfrage des Handelsblatts ließ das Unternehmen bisher unbeantwortet.