Immobilien: „Auch wir sehen potenzielle Reputationsrisiken“: Adlers schwierige Suche nach einem Wirtschaftsprüfer
Auf den Baustellen, wie am Hochhaus Steglitzer Kreisel in Berlin, geht es kaum voran. Nun hat Adler zudem Probleme, einen Wirtschaftsprüfer zu finden.
Foto: Nagel/HandelsblattDüsseldorf, Berlin. Ende Juli wurde die Spitze der Adler-Gruppe unruhig. Seit einem Monat schon suchten die Manager des angeschlagenen Immobilienkonzerns vergeblich nach einem neuen Wirtschaftsprüfer. Verwaltungsratschef Stefan Kirsten und Thilo Schmid als Vorsitzender des Prüfungsausschusses setzten einen dreiseitigen Brief auf.
„Uns ist natürlich bekannt, dass dieses Mandat in der Branche und in den einzelnen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften intensiv und lebhaft diskutiert wird“, schrieben die beiden. „Leider hat sich trotzdem keine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft an der Ausschreibung beteiligt und um die Mandate beworben.“
Die Adler-Aufseher wollten nun wissen warum. „Gerne möchten wir in einem persönlichen Gespräch mehr über Beweggründe Ihrer Entscheidung erfahren“, schrieben Kirsten und Schmid. Dabei wollten die beiden „zugleich darlegen, warum es aus unserer Sicht von Vorteil für Ihr Haus sein kann, die Abschlüsse der Adler-Gruppe zu prüfen“.
Das Handelsblatt hat zahlreiche Wirtschaftsprüfer in Deutschland befragt. Niemand hat je erlebt, dass ein Konzern von der Größe Adlers solche Schwierigkeiten hatte, eine Prüfgesellschaft zu finden. Das gilt auch für Adlers Bittbrief. Ein erfahrener Manager sagt: „An ein vergleichbares Anschreiben eines börsennotierten Konzerns dieser Bedeutung kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.“