Immobilien: Fehler im 2023er-Abschluss von Patrizia irritiert Anleger
München. Ein Fehler im Geschäftsbericht von Patrizia aus dem Jahr 2023 hat die Anleger des Augsburger Immobilien- und Infrastruktur-Investors verschreckt. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie gab am Dienstag um bis zu fünf Prozent auf rund 7,1 Euro nach, nachdem die Finanzaufsicht Bafin den Fehler offengelegt hatte.
Dabei ging es um den Umgang mit den Kosten für die Weiterbeschäftigung wichtiger Mitarbeiter eines 2022 gekauften Unternehmens. Patrizia hatte mit den vorherigen Eigentümern vereinbart, dass sie nach der Übernahme an Bord bleiben, und die Zahlungen an sie in den Kaufpreis eingerechnet.
„Beides hätte getrennt voneinander erfasst werden müssen“, erklärte die Bafin, die seit 2022 auch die Funktion der „Bilanzpolizei“ innehat. Dadurch wäre der Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung um 4,6 Millionen Euro höher ausgefallen, die sonstigen betrieblichen Erträge um 7,4 Millionen Euro niedriger. Der Fehler sei daraufhin vom Unternehmen erkannt und im Jahresabschluss 2024 bereits korrigiert worden.
Die Bafin hat laut ihrer Mitteilung außerdem entdeckt, dass in der Bilanz von 2023 der Geschäfts- oder Firmenwert, die Kapitalrücklagen und Verbindlichkeiten falsch ausgewiesen sind.