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ImmobilienPreise für Wohnungen und Häuser sinken im zweiten Quartal kaum noch

Der Druck auf die Immobilienpreise lässt im zweiten Quartal leicht nach, zeigen erste Transaktionsdaten. Der Aufwärtstrend bei den Mieten setzt sich weiter fort.Julian Trauthig 10.08.2023 - 12:23 Uhr aktualisiert Artikel anhören

In den sieben Großstädten sanken die Wohnimmobilienpreise laut Studie im Mittel nun um 1,1 Prozent zum Vorquartal und um 5 Prozent im Jahresvergleich. Die geringsten Abschläge gab es in Berlin mit minus 3,6 Prozent binnen Jahresfrist.

Foto: Moment/Getty Images

Düsseldorf. Nach spürbaren Rückgängen sinken die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland vorerst nur noch leicht. Das zeigen neue Zahlen des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (VDP), der die wichtigsten Immobilienfinanzierer hierzulande vertritt. Demnach verbilligten sich Wohnungen und Häuser im zweiten Quartal laut VDP-Immobilienpreisindex lediglich um 0,9 Prozent gemessen am ersten Quartal.

Verglichen mit dem Vorjahresquartal stand im Schnitt aber ein Minus von 5,4 Prozent, berichtete der Verband am Donnerstag. „Die Abwärtsdynamik der Immobilienpreise hat allerdings merklich nachgelassen, was eine Bodenbildung in den nächsten Quartalen möglich erscheinen lässt“, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Bei selbst genutztem Wohneigentum fielen die Preise demnach im zweiten Quartal nur noch leicht (minus 0,4 Prozent zum Vorquartal), während die Abschläge bei Mehrfamilienhäusern etwas größer waren.

Stabilisierung zeichnet sich ab

„Es zeichnet sich eine Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt ab“, sagte Tolckmitt. Ein Grund sei, dass sich die Bauzinsen zuletzt auf erhöhtem Niveau eingependelt hätten. „Im Markt steigt das Vertrauen, dass die langfristigen Kreditzinsen nicht viel weiter steigen.“

Der VDP-Index, der auf einer von VDP Research quartalsweise durchgeführten Auswertung echter Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten beruht, bestätigt damit die Auswertungen von Angebotspreisen in Immobilienportalen und die Daten der Baufinanzierungsplattform Europace, die ebenfalls auf echten Transaktionen basieren.

Auch der Greix-Index des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigte zuletzt eine ähnliche Entwicklung. Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen sanken demnach von April bis Juni nur noch um durchschnittlich 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Laut IfW wird der Greix auf Basis tatsächlicher, notariell beglaubigter Verkaufspreise berechnet und bildet die Entwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab. Er basiere auf über zwei Millionen Transaktionsdaten.

Markt in Schockstarre, kaum noch Verkäufe

Allerdings ist auch dieser Index nicht umfassend – laut IfW liegen etwa für München noch keine aktuellen Daten vor. Der bereits seit 2010 von VDP Research quartalsweise erhobene VDP-Index deckt laut Verband den gesamten deutschen Markt ab.

Doch der Immobilienmarkt befindet sich in Schockstarre, es finden kaum noch Verkäufe statt. Aus diesem Grund ist es schwer, ein detailliertes Gesamtbild über das neue Preisniveau von Immobilien zu erhalten. „Die Suche nach einem neuen Preisgleichgewicht im deutschen Immobilienmarkt dauert an“, erklärte Tolckmitt. „Wenn die Rahmenbedingungen stabiler werden, werden Investoren wie Privatpersonen wieder eher zu Transaktionen bereit sein.“

Hauptgrund für den jüngsten Preisverfall bei Immobilien sind stark gestiegene Kreditzinsen, die Finanzierungen teurer machen. Im ersten Quartal hatten sich Häuser und Wohnungen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt noch um 6,8 Prozent zum Vorjahresquartal verbilligt und um 3,1 Prozent zum Vorquartal. Offizielle Daten für das zweite Quartal stehen noch aus.

Großstädte mit den höchsten Preisrückgängen

In den sieben Großstädten sanken die Wohnimmobilienpreise laut VDP im Mittel nun um 1,1 Prozent zum Vorquartal und um fünf Prozent im Jahresvergleich:

  • Die geringsten Abschläge gab es in Berlin mit minus 3,6 Prozent binnen Jahresfrist.
  • Die höchsten Preisrückgänge verzeichneten Frankfurt (minus 9,1 Prozent), München (minus 6,7) und Hamburg (minus 6,4).
  • Einzig in Düsseldorf stiegen die Preise minimal (plus 0,1 Prozent).

Derweil setzte sich auch nach VDP-Daten der Aufwärtsdruck am Mietmarkt fort, auf den viele Menschen notgedrungen ausweichen. Die Neuvertragsmieten stiegen im zweiten Quartal kräftig um 6,2 Prozent zum Vorjahresquartal.

Ungebrochene Nachfrage, vor allem in Berlin

„Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch“, sagte Tolckmitt. An der Spitze der Metropolen stand Berlin mit einem Plus von 9,5 Prozent binnen Jahresfrist. „In Berlin werden schon seit Jahren zu wenige Wohnungen gebaut, gemessen am Zuzug“, erklärte er.

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Mit Agenturmaterial

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