Immobilien: Razzia bei Engel & Völkers macht gesamte Makler-Branche nervös
Frankfurt. Für eine besondere Verzagtheit sind Immobilienmakler eigentlich nicht bekannt. Die Neigung, das eigene Geschäft sowie die anzupreisenden Objekte grundsätzlich eher durch eine rosarote Brille zu betrachten, gehört ebenso zum Job der Vermittler wie die oft dicke Armbanduhr am Handgelenk.
Doch seit einigen Wochen ist die Stimmung nervöser als sonst: Eine bundesweite Durchsuchung an 18 Standorten durch die Staatsanwaltschaft im vergangenen Dezember beim Branchenführer Engel & Völkers hat viele Immobilienmakler aufgeschreckt.
Der Vorwurf der Ermittler: Selbstständige Makler würden im Franchisemodell der Hamburger in Bielefeld faktisch als abhängige Angestellte beschäftigt – ohne dass der Engel-&-Völkers-Lizenznehmer dafür Sozialabgaben zahlt. Das Unternehmen weist den Verdacht einer systematischen Scheinselbstständigkeit bei sich ausdrücklich zurück.
Wie brisant sind die Ermittlungen – und was steckt dahinter? Das Handelsblatt hat mit Verbandsvertretern, Maklern und Juristen gesprochen und beschreibt, welche heimliche Sorge viele Firmen jetzt umtreibt.