Immobilien: Verwaltungsratschef Kirsten will Adler-Konzern auf Kurs bringen – KPMG düpiert ihn
Das Berliner Hochhaus ist eines der Projekte der Adler-Tochter Consus, die schon länger stocken.
Foto: Lars-Marten Nagel / HBBerlin, Düsseldorf. Der oberste Manager des Immobilienkonzerns Adler, Stefan Kirsten, skizzierte erst am Dienstagmorgen Wege aus der Krise für das schwer angeschlagene Unternehmen. Doch nur wenige Stunden später stellten die Wirtschaftsprüfer von KPMG ihn bloß. Die Prüfer wenden sich von Adler ab.
Vor Journalisten hatte der Spitzenmanager in einer Telefonkonferenz von „sehr professionellen Diskussionen mit den Wirtschaftsprüfern“ gesprochen und angekündigt, dass der Verwaltungsrat in wenigen Wochen KPMG auf der Adler-Hauptversammlung erneut als Abschlussprüfer vorschlagen werde.
„Angestrebt wird ein uneingeschränktes Testat für den Abschluss des Geschäftsjahres 2022“, sagte Kirsten. Nur wenige Stunden später meldete er sich erneut zu Wort: „Nach der letzten Telefonkonferenz hat uns KPMG mitgeteilt, dass sie der Adler Group nicht als Abschlussprüfer zur Verfügung stehen. Die Entscheidung käme „für uns äußerst überraschend, ist enttäuschend und irritierend“, sagte Kirsten.
Allerdings hatte Kirsten die KPMG-Prüfer zuletzt öffentlich auch hart kritisiert. Eine Aussage KPMGs zu den finanziellen Mitteln des Konzerns für die Projektentwicklung habe er „für hanebüchen gehalten“, monierte Kirsten. An anderer Stelle hatte er KPMG vorgehalten, sich in der Arbeit für Adler in Bereiche gewagt zu haben, „die nicht ihrer vollen Expertise entsprechen“.