Immobilien: Warten auf den „Gamechanger“ – Branche hofft auf Berlin
München. Verena Hubertz hat keinen leichten Job. Mit beinahe missionarischem Eifer wirbt die Bundesbauministerin von der SPD auf der Immobilienmesse Expo Real für den Bau-Turbo, mit dem Baugenehmigungen schneller erteilt werden sollen. Aber ihr Publikum reagiert bestenfalls mit verhaltenem Applaus.
Dabei werden die meisten Bauherren, Projektentwickler und Besitzer von Gebäuden in den gut gefüllten Messehallen in München nicht müde zu erklären, dass die Lage besser sei, in vielen Bereichen des Marktes sogar deutlich besser ist als in den Jahren zuvor.
Trotzdem ist die Champagnerlaune, für die die Messe in den Jahren 2015 bis 2021 bekannt war, nicht wiedergekehrt. „Sie wird so schnell auch nicht wiederkommen“, sagt Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken.
Der jüngste Boom, der vor dreieinhalb Jahren endete, war für ihn „eine absolute Ausnahme“. Trotzdem ist er sich sicher, dass viele Marktteilnehmer wieder gutes Geld verdienen können.
Vor allem am Wohnungsmarkt fehlt ihm allerdings noch der „Gamechanger“. Auf welche neuen Spielregeln die Branche wartet und wo die Stimmung noch immer gedämpft ist.