Immobilien: Warum selbst günstige Schlösser keine Käufer finden
Köln. Weiß verputzte Wände, ein Türmchen mit spitzem Schieferdach, nur eine Stunde von Berlin entfernt. Auf den ersten Blick ist Schloss Tucheim ein wahres Schnäppchen: knapp 1000 Quadratmeter Wohnfläche, ein weitläufiger privater Park, Kaufpreis 175.000 Euro.
Doch zur Wahrheit gehören auch ein baufälliger Keller, herausgerissene Böden und brachliegende Dachbalken. „Das Schloss steht seit mehr als zehn Jahren leer, es gibt weder Heizung noch Strom“, sagt Rinaldo Hadler von der Berliner Hadler Immobilien Consulting, der mit der Vermarktung der Immobilie aus einem Nachlass beauftragt ist.
„Wer das Objekt erwirbt, muss daher noch mehrere Millionen Euro investieren“, sagt er. Interessenten gibt es trotzdem eine Menge: Schon kurz nach dem Start der Vermarktung meldeten sie sich aus ganz Deutschland, ein erster Sammelbesichtigungstermin ist angesetzt. Hadler hat das überrascht. Für ihn ist die Lage der Trumpf: nahe der Autobahn, eine Stunde bis Berlin. „Gerade für Events oder Hochzeiten ist das günstig.“
Leer stehende Burgen, Schlösser und Herrenhäuser zu günstigen Kaufpreisen gibt es laut einer aktuellen Übersicht des Portals Immoscout24 bundesweit Dutzende. Viele stehen für weniger als 200.000 Euro zum Verkauf. Doch hinter dem verlockend niedrigen Kaufpreis versteckt sich meist ein Investitionsstau im Millionenbereich.