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ImmobilienkonzernAdler fährt Nettoverlust von 604 Millionen Euro ein

Die Zahlen fürs erste Halbjahr beweisen einmal mehr, wie tief der Immobilienkonzern in der Krise steckt. Weil Adler in großem Umfang Immobilien verkauft hat, sanken die Mieterträge um ein Viertel. 30.08.2022 - 07:59 Uhr Artikel anhören

Adler verkaufte im ersten Halbjahr Anlageimmobilien im Wert von 1,06 Milliarden Euro.

Foto: Bloomberg

Luxemburg. Die Adler Group SA ist wegen Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe zweiten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht und nähert sich beim Nettoverschuldungsgrad einem kritischen Grenzwert. Für seine Finanzierung baut der kriselnde Vermieter auf erfolgreiche Verkäufe im zweiten Halbjahr.

Adler nahm wegen des schwächelnden deutschen Immobilienmarktes Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Verkauf von Immobilien und den Zeitwert von Anlageimmobilien vor. Der verbleibende Goodwill für die Tochter Consus Real Estate AG wurde vollständig abgeschrieben, wie Adler Montagnacht mitteilte.

Unter dem Strich ergab sich damit für das erste Halbjahr ein Nettoverlust von 604 Millionen Euro – nach einem Gewinn von 355 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schuldenquote stieg auf 58 Prozent Ende Juni. Ende März hatte sie bei 52 Prozent gelegen.

Laut den Anleihebedingungen der Gruppe muss die Quote unter 60 Prozent bleiben. Die Mieterträge sanken wegen der umfangreichen Verkäufe von Immobilien im Jahresvergleich um ein Viertel.

Adler verkaufte im ersten Halbjahr Anlageimmobilien im Wert von 1,06 Milliarden Euro und zahlte damit Anleihen und langfristige Darlehen in Höhe von rund 900 Millionen Euro zurück. Die Barmittel stiegen auf 771 Millionen Euro. Allerdings lagen die Verkaufspreise für die letzten Deals – Ostend Quartier und Westend Ensemble in Frankfurt – 14 Prozent unter dem Buchwert.

Die Verkäufe müssen in den nächsten Monaten weitergehen, so Konzernchef Thierry Beaudemoulin: „Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir, dass die Erlöse aus den Verkäufen ausreichen, um den Liquiditätsbedarf für Finanzierungs- und Betriebszwecke zu decken“, so der CEO in der Mitteilung.

Keinen Erfolg hatte Adler bisher bei der Suche nach einem neuen Wirtschaftsprüfer, nachdem KPMG von dieser Rolle zurückgetreten war. Auf eine Ausschreibung hin seien keine Angebote eingegangen, so Adler.

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Nun würden „einzelne Wirtschaftsprüfungsgesellschaften direkt angesprochen“. Gefunden hat man einen neuen Finanzchef: Der bisherige Interims-CFO Thomas Echelmeyer übernimmt die Position nun offiziell.

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