Immobilienkonzern: Adler-Topmanager sieht Chance für Neuanfang – und kritisiert Prüfer KPMG scharf
Bei vielen Projekten der Adler-Gruppe geht es kaum voran.
Foto: BloombergDüsseldorf, Berlin, Frankfurt. Es ist ein dramatischer Absturz: Nach der Vorlage eines untestierten Konzernabschlusses für 2021 flüchten die Investoren aus der Aktie des Immobilienkonzerns Adler Group. Am Montag stürzte das Papier des im Nebenwerteindex SDax notierten Unternehmens bis zum Nachmittag um rund 40 Prozent ab. Zeitweise notierte die Aktie sogar 46 Prozent tiefer und war weniger als vier Euro wert.
In einer Pressekonferenz nahm der Adler-Verwaltungsratsvorsitzende Stefan Kirsten am Vormittag zu den chaotischen Entwicklungen Stellung. Es gebe nichts zu beschönigen, sagte der Manager. Nur 5,5 Stunden hätten am vergangenen Samstag gefehlt, dann wäre der Konzern „an die Wand“ gefahren“. „Das war ein ziemlich knappes Rennen“, sagte Kirsten.
Adler hatte am Samstag fünf Stunden vor Mitternacht seinen Jahresabschluss für 2021 veröffentlicht. Ein Blick in die Bedingungen einer Adler-Anleihe zeigt, wieso die Frist so wichtig war: Darin heißt es, dass die Emittenten innerhalb von 120 Tagen nach dem Ende jedes Geschäftsjahrs einen Geschäftsbericht „mit einem geprüften Konzernabschluss“ vorlegen müssen.