Energetische Sanierung: Die Zukunft „liegt in der Verbesserung des Bestands“
Neubauten gelten häufig als gut für den Klimaschutz, doch beim Bau wird CO2 freigesetzt. Deswegen gibt es in der Immobilienbranche auch Kritik an der Strategie, neue energieeffiziente Gebäude als nachhaltig zu werten.
Quelle: dpa
Grün und nachhaltig sind Worte, auf die kein Immobilienmanager mehr bei öffentlichen Auftritten verzichtet. Doch die sogenannte graue Energie, also die Emissionen, die beim Bau verursacht werden, berücksichtigt längst nicht jeder bei seinen Planungen. Denn das könnte so manchen Abriss und Neubau – meist kostengünstiger als Sanierung des Bestands – infrage stellen. Umso erstaunlicher sind die offenen Worte, die Olivier Elamine, CEO des Hamburger Bürovermieters Alstria, dazu findet: „Kein Neubau kann das CO2 einsparen, das für seine Erstellung emittiert wurde“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt.
„Die potenziellen CO2-Einsparungen während des 50-jährigen Betriebs eines Gebäudes werden durch die Emissionen während der 18-monatigen Bauzeit in den Schatten gestellt“, erklärt er. Das ist eine ungewöhnliche Meinung für einen Immobilienmanager – aber eine Einschätzung, die auch Klimaschützer vertreten. Denn für den Neubau von Immobilien wird deutlich mehr Energie aufgewendet und Emissionen freigesetzt als bei der Sanierung von Bestandsgebäuden. Diese graue Energie wird bei der Bewertung bisher jedoch in der Regel nicht berücksichtigt.