Nahwärmenetze: Wie private Eigentümer gemeinsam auf erneuerbare Energien umsteigen
Der Einbau einer Luftwärmepumpe ist bei den Reihenhäusern in München entweder schwierig oder unmöglich. Es mangelt an Platz.
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Foto: HandelsblattAls die sechs Reihenhäuser im Münchener Norden gebaut wurden, bekam jedes eine eigene Gasheizung. Fast 20 Jahre ist das her. Die Gaskessel laufen ohne Probleme. Trotzdem machen sich die Eigentümer Gedanken. Denn den Hersteller der Gaskessel gibt es nicht mehr. „Geht etwas kaputt, bekommen wir vielleicht kein Ersatzteil“, sorgt sich Susanna Beck, der eines der Wohnhäuser gehört.
Steht ein Heizungstausch an, sollen Eigentümer künftig Anlagen einbauen, die zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Spätestens zu Neujahr 2045 sollen alle Wohnhäuser in Deutschland mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Über diesen Gesetzentwurf wird der Bundestag voraussichtlich Anfang September abstimmen.
Solange die eigene Gemeinde keine Wärmeplanung vorgelegt hat, dürfen Eigentümer übergangsweise noch eine Erdgasheizung installieren. Diese wäre dann ab 2029 mit einem wachsenden Anteil von Biogas, grünem oder blauem Wasserstoff zu befeuern. Die Stadt München will ihre Wärmeplanung noch Ende 2023 dem Stadtrat zum Beschluss vorlegen. Möglicherweise gilt schon 2024 die 65-Prozent-Regel in der bayerischen Landeshauptstadt.