Strompreise: 360 Euro Unterschied – wo Strom in Deutschland besonders teuer ist
Berlin. Das politische Berlin befindet sich zwar noch in der Sommerpause. Doch in der vergangenen Woche entspann sich eine hitzige Debatte um das Thema Strompreise. Der Grund: Die Regierungschefs mehrerer Bundesländer wollen die Strompreisfindung in Deutschland neu regeln.
Bislang zahlen Kundinnen und Kunden in allen Bundesländern den gleichen Börsenstrompreis, unabhängig davon, wie viel Strom in der Region erzeugt oder verbraucht wird. Das wollen die Regierungschefs von Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Brandenburg ändern.
Für die Länder im Süden Deutschlands könnte Strom damit teurer werden. Entsprechend ließ Widerstand nicht lange auf sich warten. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) teilten mit, sie befürchteten eine Schwächung der wirtschaftlich starken Regionen im Süden und Westen Deutschlands und würden sich dem Vorschlag „mit aller Macht“ entgegenstellen.
Trotz des bundesweit einheitlichen Börsenstrompreises gibt es bereits heute große regionale Unterschiede bei den Preisen für Endkunden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Ursächlich dafür sind vor allem die regional unterschiedlich hohen Netzentgelte, die für Nutzung und Instandhaltung der Stromleitungen sowie für das Bereitstellen und Ablesen der Zähler erhoben werden. Den Daten zufolge verläuft das Preisgefälle nicht so eindeutig von Norden nach Süden, wie es die politischen Konfliktlinien vermuten lassen.